MRU-Aula wird zum Opernhaus

„Da Wolferl wäre begeistert gewesen", war die Meinung vieler Zuschauer am Ende der Aufführung. Die Zauberflöte von W. A. Mozart stand in der Mädchenrealschule der Ursulinen auf dem Spielplan. Aber irgendwie lief alles - gewollt - schief, was die Gesangsklasse 6b mit ihrer Musiklehrerin Helga Wilberg da so auf die Bühne brachte. Spannend und amüsant war es jedenfalls, was im Opernhaus Pausenhalle so alles ablief und wie aus der Zauberflöte die „Verhexte Zauberflöte" wurde.

 

Begonnen hatte alles, als sich die Gesangsklasse 6b mit der berühmten Oper Zauberflöte beschäftigte. Wie Schulleiter Johannes Dieckmann betonte, wurde dann das Stück kurzerhand verändert und umgeschrieben. „Die 6b hat gewerkelt ohne Ende in den letzten Wochen" , betonte Musiklehrerin Helga Wilberg und lobte den Ideenreichtum der Mädchen.

Bereits im Herbst war es mit einer Plakatausstellung zum Inhalt der Oper, zum Komponisten und zum Autor losgegangen. Die eigene Fassung aus der ursprünglichen Zauberflöte entstand im Winter: zeitgemäße Sprache, aktuelle Lieder, Bearbeitung der Texte teilweise auf Bayrisch. Kurzerhand wurde die eigene Klassenband mit Keyboard, Gitarren, E-Bass, Drum-Set und Geigen gegründet. Und etliche Schülerinnen starteten ihre Solokarriere für die Hauptrollen.

Fächerübergreifend wurden die Lieder im Sportunterricht durch Sportlehrerin Farina Dietl-Hauber choreografiert und einstudiert. Im Frühjahr ging es an den Kulissenbau, das Basteln der Requisiten und das Nähen von Kostümen.

„Alles, was sie heute sehen, haben die Schülerinnen selbst gemacht", verkündete Musiklehrerin Helga Wilberg stolz. Und es war dann kein Aprilscherz, als die Ansage kam, dass alle Opernsänger ausgefallen sind, teils mit Brechdurchfall, mit Fieber, mit gebrochenen Füßen, einem Streik der Dirigenten oder weil kein Bus von Rattenberg nach Straubing fährt.

Flugs springen die Hausangestellten ein: Hausmeister, Reinigungsdamen, Elektriker, Gärtner und Schneiderin besetzen kurzerhand die Opernrollen und vorsichtshalber wurde die Presse aus dem Saal verwiesen. Papageno will Papagena - Tamino seine Pamina. Doch der Weg zur Liebe ist nicht einfach! Alle müssen sie schwere Prüfungen bestehen, müssen sich gegen Mord und Selbstmord entscheiden, auf Speis und Trank und manchmal sogar auf Sprechen und Gesang verzichten. Was ihnen hilft, Gefahren zu bestehen, sind eine Zauberflöte und ein Glockenspiel. Bei der verhexten Darbietung ist schon mal „voll krass" zu hören, als Pamina befreit wird und die wilden Tiere tanzen. „I verzeih der ois", beteuerte immer wieder Priester Sarastro (Lehrer Emmeram Strohmeier), der Herrscher über Sonne und Licht, und alle zitterten mit, als es an die drei Prüfungen für den Prinz und die Prinzessin ging. Zwischendurch kamen Rapklänge und ein Riesenschrei von der Königin der Nacht (Lehrerin Dorothea Prückl), als sie auf verlorenem Posten stand.

Die Ehrengäste - natürlich die echten Hausangestellten sowie Eltern - dankten mit großem Applaus. „Wir Hausangestellten, auf uns ist Verlass. Wir putzen, kochen, reparieren und musizieren", war das Schlusslied als Widmung und Dankeschön für die Hausarbeit. -ih-

Bericht aus dem Straubinger Tagblatt

 

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