TAG DER BEGEGNUNG - Zu Besuch bei unseren Freunden in Reichenbach

Wie jedes Jahr besuchen die 8. Klassen der Mädchenrealschule der Ursulinen-Schulstiftung, die Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Barmherzigen Brüder in Reichenbach.
Die Einrichtung hat ca. 600 Angestellte, die unter anderem für die 420 Bewohner und Bewohnerinnen in 33 Wohngruppen tätig sind.
Zuerst fuhren wir eine Stunde mit dem Bus, um an das wunderschöne Örtchen am Regen zu gelangen. Als wir dort ankamen, wurden wir schon freundlich von einigen Bewohnern und Bewohnerinnen begrüßt. Anschließend wurden wir abgeholt, um uns einen kurzen Film über zwei ehemalige Bewohner anzusehen und weitere Informationen über den Tagesablauf und die Einrichtung zu bekommen.
Die Klasse wurde in die Gruppen Förderstätte, Werkstätte und in Wohngruppen eingeteilt.
In der Wohngruppe Englmar, die eine Klassenkameradin und ich besucht hatten, waren alle Bewohner sehr freundlich. Alle begrüßten meine Freundin und mich herzlich und wollten uns gleich ihre Zimmer zeigen. Stolz präsentierten sie uns ihr Zimmer, die sie meist mit noch einem Mitbewohner teilen. Thomas, der sich besonders über unseren Besuch freute, zeigte uns sofort seine Leidenschaft zum Fußball. Dies konnte man schon an seiner Zimmergestaltung erkennen. Die Wohnung enthält eine Küche, ein Esszimmer, ein großes Badezimmer, ein Wohnzimmer und ein Büro für die Pfleger. Außerdem kann man im Gang mehrere Pläne entdecken, auf denen z.B. Arzttermine oder Taschengeldausgabe festgehalten werden. Ein weiterer Plan ist für die Bewohner ausgehängt, auf dem sie nachsehen können, welcher Betreuer als nächstes mit ihnen Zeit verbringt. Mit einer Betreuerin besuchten wir die Schneiderei, in der Kleidung abgeholt wurde. Früher konnten sie dort ihre eigenen Hosen und Oberteile schneidern lassen, doch heute ist es billiger in die Stadt zu fahren. Die Bewohner der Wohngruppe Englmar nehmen ihre drei Mahlzeiten pro Tag in ihrem Wohnungsesszimmer auf. Um 12:00 Uhr verließen wir die Wohngruppe und begaben wir uns in den Speisesaal des Personals, wo wir mit einem guten Mittagessen versorgt wurden. Nach dem Essen hatten wir ca. eine Stunde zur freien Verfügung. In dieser Zeit habe ich einen Bewohner getroffen, der schon sehr lange bei den Barmherzigen Brüdern in Reichenbach lebt. Er erzählte mir, dass die Einrichtung ein eigenes Schwimmbad, eine eigene Turnhalle, einen eigenen Fußballplatz und eine eigene Kegelbahn hat. Zuletzt wurden wir in den Snoezelen-Pavillon gebracht, in dem wir einige Informationen über die Wirkung an den Nutzern erhielten. In dem Pavillon befinden sich ein Bällebad, eine große Hüpfburg, eine große Schaukel, ein Musikzimmer, ein Gehörabteil und ein sog. weißer Raum. Was ich mich selber auch fragte war, was ist ein weißer Raum. Der weiße Raum dient zur Entspannung. Dort können Effekte eingeschaltet werden wie z. B. eine Discokugel, leuchtender Teppich, entspannende Musik und Wassersäulen. Dort genossen wir auch einige Minuten der Sinnlichkeit.
Zum Schluss bedankten wir uns herzlich für den schönen Tag in Reichenbach und um 16.00 Uhr erreichten wir Straubing wieder.

Für den Inhalt: Verena Zeidler, 8b

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