Wie viele Hemden braucht ein MdB?

Das Straubinger Tagblatt berichtet:

 

Fragestunde mit MdB Alois Rainer an der Ursulinen-Realschule

 

Was fragt man einen Abgeordneten? Die Klasse 10b der Ursulinen-Realschule hatte keine Mühen, Themen zu finden. Die Schülerinnen erhielten am Montagvormittag Besuch von MdB Alois Rainer. Wie viele weiße Hemden braucht ein Bundestagsabgeordneter? Was sagt seine Familie dazu, wenn er dauernd unterwegs ist? Und: Hat auch ein MdB einmal am Wochenende frei?

Schulleiter Johannes Diekmann, Sozialkundelehrerin Gabriele Ströher und nicht zuletzt die Schülerinnern der 10b freuten sich über den Unterrichtsbesuch von MdB Alois Rainer.

 Geduldig stellte sich Rainer dem Wissensdurst der Mädchen und ihrer Sozialkundelehrerin Gabriele Ströher und erzählte aus seinem Leben als Abgeordneter. Er erzählte ihnen vom mit Terminen vollgepackten Tagen während der Sitzungswochen in Berlin und von vielen Tausend zurückgelegten Kilometern im Wahlkreis pro Monat, „denn auch die Menschen in der Region wollen ihren Abgeordneten sehen, denn der Wahlkreis muss genauso gepflegt werden - deshalb nehme ich mir am Wochenende nicht frei, sondern bin in meiner Heimat präsent!" Lustig fanden es die Ursulinen, dass es einen „FC Bundestag" gibt und dass der örtliche Abgeordnete da eifrig mitkickt.

Die Mädchen wollten von Alois Rainer wissen, ob er schon früh mit dem Gedanken gespielt habe, in die Politik zu gehen. „Auf keinen Fall", entgegnete Rainer, dessen Vater im Bundestag saß und der der Bruder von CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt ist. „Ich war zwar schon früh bei der JU und der CSU, doch als ich einmal eine hitzige Diskussion miterlebte, die mein Vater führen musste, habe ich mir gedacht: Das mache ich nie!" Mit 31 Jahren sei er dann jedoch gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, als Bürgermeister von Haibach, zu kandidieren - und er habe sich dafür entschieden. Er sei nun 18 Jahre mit Leib und Seele Bürgermeister gewesen. „Das Amt des Bundestagsabgeordneten ist ganz anders. Es ist kein Job mit Acht-Stunden-Tagen, man ist sehr viel unterwegs." Er berichtete von seinen Tätigkeitsfeldern im Haushalts- und Landwirtschaftsausschuss, die ihn mit spannenden Themen und immer wieder neuen Leuten zusammenbringen. Angesichts der schwachen Wahlbeteiligung sei es wichtig, Politik zu den Menschen zu bringen. Gleichzeitig liege es ihm aber am Herzen, dass auch Politiker Menschen und verletzlich sind, zum Beispiel, wenn es bei Diskussionen zur Sache gehe. Rainer wies die Mädchen auf die Europawahl am 25. Mai hin und legte ihnen für die Zukunft, wenn auch sie wählen gehen dürfen, nahe: „Seht den Auftrag des Wählens nicht als Pflicht, sondern als Privileg und schönen Auftrag. Und der knappe Ausgang bei so mancher Wahl und Stichwahl in den letzten Wochen zeigt: Es ist wirklich jede Stimme wichtig!" -red-

wz-14-04-04