Kommt er tatsächlich draußt vom Walde her?

Im 14. Jahrhundert entstand der Brauch des „Bischofsspieles" in Klosterschulen, wo ein Schüler am Nikolaustag als „Bischof" fungieren durfte. An der Mädchenrealschule schlüpfte zwar keine Schülerin ins Nikolauskostüm, aber der Brauch des Schenkens wurde fortgesetzt.

So besuchte der Heilige Nikolaus am 6. Dezember mit seinem Knecht Ruprecht und in Begleitung zweier Engel nicht nur die Mädchen der fünften Klassen, sondern er schaute auch bei den Schülerinnen der zehnten Jahrgangsstufe vorbei, um vor allen Dingen Worte des Lobes anzubringen. Die eine oder andere mag sich vielleicht gewundert haben, woher der Heilige Nikolaus das wohl alles wusste.
So kam ihm zu Ohren, dass die eine Klasse ein „unheimlich liebenswerter, verratschter Haufen" sei, während man sich auf die andere „während der harmonischen Abschlussfahrt verlassen konnte". Eine weitere zehnte Klasse fiel dadurch auf, dass „manche während der Abschlussfahrt doch recht früh ins Bett gingen". Dass ihr „Zusammenhalt mehr wert ist als Noten" wusste der Heilige Nikolaus ebenfalls einigen Zehntklässlerinnen zu sagen.
Was ihm die Engel über die Fünftklässlerinnen zugeflüstert haben, ist in großem Maße positiv. So wurde aus einer „Gruppe schüchterner Mädels in den ersten Schultagen eine lebhafte und interessierte Klasse". Andere Schülerinnen lobte der Heilige Nikolaus für ihre „Hilfsbereitschaft und gute Klassengemeinschaft". Mit einem Schmunzeln meinte er noch zu allen: „Zu euch geht jeder Lehrer gern herein, und freut sich dann auch da zu sein, würden ihn nicht gleich zu seinen Füßen, zehn fragende Schülerinnen begrüßen." Den Tutorinnen der fünften Jahrgangsstufe dankte der Heilige Nikolaus für ihre tatkräftige Unterstützung, er lobte ihre kreativen Ideen bei Spielenachmittagen und gab ihnen mit auf dem Weg, dass ihre Schützlinge sehr froh seien, dass sie sie haben.
Auch den Lehrkräften stattete der groß gewachsene Heilige Nikolaus mit seinem Knecht Ruprecht und den beiden Engelchen einen Besuch ab. Er lobte ihr Engagement im Gespräche-Führen, Projekte-Durchführen oder aber auch im Wärmflasche-Kochen...