Ursulinen bringen Weihnachtsfreude

Beim 45. Besuch fast 200 Pakete in der Behinderteneinrichtung in Reichenbach verteilt

 

„Wenn die Ursulinen kommen, dann ist Feiertag", finden die Bewohner der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder von Reichenbach. Sie haben sich sehr gefreut, dass bereits zum 45. Mal eine Begegnung zwischen Ursulinenschülerinnen und den Behinderten stattgefunden hat. Neben den heißersehnten Geschenken begeisterte das „Junge Leben der vielen Engel" im Theaterstück und die Besuche in den Wohngruppen.

Das gemeinsame Päckchenausladen von Besuchern und Heimbewohnern gehört zum Reichenbachbesuch der Mädchenrealschule der Ursulinen.

Jedes Jahr steigt die Aufregung kurz vor Weihnachten an der Mädchenrealschule der Ursulinen. Die Fahrt nach Reichenbach steht an. Wochenlanges Proben für das Theaterstück, viele Gedanken um den Inhalt der Päckchen und das „Verpackeln" gehören dann zum Schulalltag. Tortellini mit Tomatensoße spendierte die Klosterküche als Stärkung für die Reisenden. Und als dann der Doppeldeckerbus, den die Firma Biendl jedes Jahr zum Sonderpreis fährt, kam und alles verstaut war, ging es Richtung Bayerischer Wald.

Wohnen und Arbeiten, Förderung und Ausbildung

Die Freude über das Wiedersehen, die Vorfreude auf das Theaterspiel und wohl auch auf die Päckchen waren dem Begrüßungskomitee der Heimbewohner ins Gesicht geschrieben. Tatkräftig unterstützen sie das Ausladen der mitgebrachten Geschenke und Requisiten.

Bernhard Löffler führte über das Gelände: 420 Bewohner haben ihre Heimat in der Langzeiteinrichtung gefunden. Wohnen und Arbeiten, Förderstätten sowie eine Heilerziehungsschule zum Ausbilden der Fachkräfte vor Ort sind die großen Bereiche. Mustergültig hatten Maria Engl, Helga Wilberg und Sigrid Bucher mit Sylvia Becher und Christine Heil den Besuch vorbereitet.

Mit dem lustigen Stück „Der Weihnachtskrimi" sorgten die vielen eifrigen Engerl für einige Lacher.

Lange vor Beginn füllte sich der große Saal mit mehreren hundert Heimbewohnern, dem Personal und den Straubingern. Begrüßt wurden sie von Heimleiter Roland Bock als auch Schulleiter Johannes Dieck-mann von der Realschule. Das Lehrerquartett Bernhard Janker, Emmeram Strohmeier, Christine Wagner und Helga Wilberg brachte Musikstücke wie „Advent" als Kanon oder den „Bettelboarischen" auf den Instrumenten zu Gehör. Die ehemaligen Schülerinnen Julia und Alexandra verschönten die Feier mit Mundartgedichten.

Unter der Regie von Lehrerin Nicola Hirschberger führte die Klasse 8d das Spiel „Der Weihnachtskrimi" auf. Während eilige Betriebsamkeit im Himmel beim Vorbereiten der Geschenke herrscht, bringt ein weiterer Engel die vielen Wunschzettel vorbei. Und plötzlich fällt auf, dass ein Wunschzettel geklaut worden war. Um Enttäuschungen am Heilig Abend zu vermeiden, muss „Kommissar Engel" zum Lösen des Problems kommen. Als dann auch noch die Küche den Diebstahl von Lebkuchen meldet, ist es vorbei mit dem Weihnachtsfrieden. Das Stück zeigte auf amüsante Weise, dass auch im Himmel nicht alles rund läuft. Der Höhepunkt der Feier war das gemeinsame „Ihr Kinderlein kommet" von Besuchern und Bewohnern. Dazu gab es vom Förderverein spendierte, im Kloster gebackene Lebkuchen.

Frauentragen ist traditioneller Brauch

Alle Straubinger waren eingeladen, in den einzelnen Wohngruppen Besuche zu machen. So berichtete die Wohngruppe Nikolaus von ihren 15 Bewohnern. Manche sind bereits Rentner, andere arbeiten in der Werkstätte. „Zum Mittagessen kommen wir alle heim", erklärten sie ihren Besuchern. Manchmal komme das Essen aus der Großküche, manchmal werde selber gekocht und dafür vorher selber eingekauft. Jeder in der Wohngruppe habe sein Amt im Haushalt und das funktioniere gut. Eine Besonderheit hatte die Wohngruppe an diesem Tag zu bieten: sie war die Herberge für das „Frauentragen". Dieser christliche Adventsbrauch wird in allen Gruppen gefeiert. Die vorweihnachtliche Zeit steht im Zeichen des Weges, des Aufbruchs und des Wanderns. Maria und Josef sind unterwegs nach Bethlehem, die Hirten suchen das Kind. Gott und Mensch sind unterwegs zueinander. Die Herbergssuche ist die Nachgestaltung des biblischen Berichtes Lukas 2,7: „denn in der Herberge war kein Platz für sie."

Der Abschied fiel vor allem den Heimbewohnern, aber auch etlichen Ursulinen schwer. Freiwillige Spenden von Schülerinnen, Eltern, Lehrern, Elternbeirat und Förderverein, Ehemaliger, verschiedener Straubinger und von Geschäften hinterließen ein Zusammengehörigkeitsgefühl, -ih-

Bilder und Text im Straubinger Tagblatt

 

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