Do you want a cup of tea?

Alle zwei Jahre bekommen, dank der Wirtschaftsjunioren aus Straubing, zwei Schülerinnen der MRU die Gelegenheit, nach Tuam in Irland zu fahren. Dieses Jahr waren wir die Glücklichen, Joelle Popp und Jessica Schneider aus der „Klasse zehn Dora". Die Reise wurde durch die Wirtschaftsjunioren vollständig finanziert, begleitet haben uns Frau Holzapfel und Frau Mühlbauer vom Gymnasium der Ursulinen-Schulstiftung. Damit wir die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler der anderen Straubinger Schulen, die ebenfalls mit nach Tuam fahren durften, kennenlernen konnten, gab es zwei Vortreffen lange vor der eigentlichen Reise. Am 23. Oktober 2013 war es dann endlich soweit ... wir starteten nach Tuam, Irland.

Unser Flug dauerte etwa zwei Stunden und die Fahrt mit dem Bus von Dublin in die Austauschstadt Tuam zog sich auch nochmal gute drei Stunden hin. Endlich dort angekommen, wurden wir auf unsere Gastfamilien verteilt. Unsere Gastmutter Deirdre empfing uns sehr herzlich und schon ging es ab in ihr Zuhause. Da ihre Kinder schon erwachsen sind und ihr Mann beruflich unterwegs war, hatten wir das ganze Haus für uns drei. Dort angekommen, war die erste Frage, ob wir nicht einen Tee trinken möchten. Und so verging kein Tag in Tuam, an dem wir nicht auf mindestens drei bis vier Tassen freuen durften. Nach dem obligatorischen kleinen „smalltalk" durften wir endlich unser Zimmer beziehen. Gleich darauf servierte uns Deirdre super leckere Spaghetti und von da an wussten wir, dass wir hier sicherlich nicht hungern müssten. Müde und erschöpft von der sehr langen und anstrengenden Reise gingen wir schon um neun Uhr ins Bett. Für den nächsten Tag stand der Besuch des Rosemary College in Mountbellew auf dem Programm. Wir wurden schon gespannt erwartet und nach einer Einführung in das von Sport und Musik geprägte Schulleben der Iren zeigte man uns noch die Stadt und wir erfuhren alles über ihre Geschichte.

Der nächste Tag verlief ähnlich, jedoch waren wir da in der Mädchenschule in Tuam. Dort bekamen wir auch gleich eine kleine Showeinlage geboten. In der Turnhalle zeigten sie uns ihre Camogie-Mannschaft und wie sie sich auf ein Spiel vorbereiten. Danach kam der musische Teil, wo uns die beste Harfenspielerin und ihre Freundin, eine sehr begabte Concertinaspielerin ein Stück vorspielten. Die Concertina ist ein akkordeonähnliches Musikinstrument. Das bewundernswerte daran war aber, dass sie das Stück, das sie uns vorspielten, auswendig konnten. Sie erzählten uns, dass sie nie mit Noten spielen und das ist echt unglaublich, denn sie können über 20 Lieder einfach so vorspielen. Dann kam auch schon das Wochenende und wir konnten am Camogie -Training teilnehmen. Camogie ist eine Art Hockey und irischer Nationalsport. Das Training war eine sehr witzige Erfahrung, die wir nie wieder vergessen werden. Wir waren die einzigen zwei Schülerinnen, die mit den Lehrern zum Training kamen und das bedeutete, dass wir nach einer kurzen Einführung schon mit 10-jährigen Mädchen spielen mussten.

Beim Training schlugen wir uns ganz gut, doch als es dann zur Sache ging, hatten wir doch ein bisschen Angst, uns zu verletzen. Und so sah man, wie die Mädchen spielten und wir, Joelle und ich, hilflos dem Ball hinterherrannten und uns selbst mit den Schlägern auf die Beine schlugen. Am Sonntagnachmittag unternahmen Joelle und ich schließlich einen Ausflug in die Umgebung unserer Straße. Dummerweise haben wir uns ein bisschen verlaufen, aber immerhin sahen wir so jede Ecke von Tuam. Am Abend bekamen wir dann Besuch von Deirdres Mutter, einer sehr netten und freundlichen Frau, die uns viel erzählte. :-) Am Montag war es dann vorbei mit Entspannen und dem guten Wetter. Es wurde windig und hat geschüttet wie aus Eimern. Und genau an diesem Tag stand der Nationalpark auf dem Programm. Nach einer Stunde im Regen und einem drei Kilometer langen Fußmarsch über Hügel und matschigen Boden, fuhren wir, durchnässt und zusammengefroren, mit dem Bus zurück in unser Gastzuhause. Dort angekommen, bekamen wir erst mal – wie sollte es anders sein - eine Tasse heißen Tee von unserer Gastmutter, damit wir nicht krank werden. :-)

Die Cliffs of Moher, die wir am Dienstag besuchten, waren das absolute Highlight der Reise. Diese atemberaubenden Klippen und die wundervolle Aussicht sind unvergesslich. Zu Beginn waren wir auf der Seite, an der O'Briens Tower steht. Das ist ein kleiner Turm, von dem man perfekt in Richtung Klippen schauen kann. Dort sahen wir auch die vielen Vögel, die sich aufgrund des Sturms nur vom Wind treiben ließen und sich selbst kaum bewegten. Wir gingen dann ein Stück die Klippen hoch und obwohl eineinhalb Meter vor den Klippen eine Absperrung war, hatten wir doch etwas Angst und kehrten zurück auf die sicherere Seite, wo wir die schlauen Vögel nochmals beobachteten. Und dann kam der Mittwoch: Shoppingtag :-). Die Führung durch die Universität und durch die Kirchen in Galway war aufgrund des heftigen Regenfalls verkürzt worden. Also machten wir uns sofort auf den Weg in die Stadt. Aber ihr wisst ja, Frauen und Shoppen ... es war trotzdem zu wenig Zeit.

Doch damit war der Tag noch nicht vorbei. Wie schon in den Jahren vorher auch, organisierten wir eine 'Bavarian Night' für unsere Gasteltern und für das Komitee, das alles für uns geplant und geleitet hatte. Alle kamen in Dirndl und Lederhosen und wir erzählten und zeigten viel von Bayern. Es wurde viel gelacht und geklatscht, alle hatten eine Menge Spaß und freuten sich über das, was wir ihnen präsentierten. Was für ein Glück, dass wir am Donnerstag nochmals nach Galway gefahren sind. Wir beobachteten erst die vielen verschiedenen Vögel am Strand, die zwar zu Beginn alle gleich aussahen, als wir jedoch die Teleskope bekamen, sahen wir die Unterschiede. Doch da es auch an diesem Donnerstag wieder regnete, verkürzten wir auch die Vogelschau auf eine Stunde und es ging wieder Richtung Stadt in das Shoppingcenter. Nachdem jede von uns volle Einkaufstüten hatte, ging es wieder nach Hause zu Deirdre, die uns, wie immer, begeistert erwartete und uns so schnell es ging ein wundervolles Abendessen zauberte.

Der Freitag kam und dies bedeutete Abschiednehmen von der liebevollen Deirdre, der schönen Stadt Tuam und den freundlichen Iren. Wir vermissten alles schon, noch bevor wir überhaupt in den Bus einstiegen. Und doch war da auch ein bisschen Vorfreude, unsere eigene Familie und Freunde bald wiederzusehen. Unsere Klasse vermissten wir auch, obwohl wir ständig mit ihr über das Internet in Kontakt waren. Die ganzen Ereignisse teilten wir mit ihnen durch Bilder und E-Mails. Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, die wir gerne wiederholen würden und wir empfehlen jedem mindestens einmal in seinem Leben Irland zu besuchen. Und wir – ja, wir hoffen auch sehr, irgendwann einmal wieder dorthin reisen zu können.

 

 Text: Jessica Schneider

Bilder: Joelle Popp

 

15-1-14 Ge