„Die süßen Sachen gehen am besten"

Das Straubinger Tagblatt berichtet:

Allerhand los war in den vergangenen Tagen an der Mädchenrealschule der Ursulinen-Schulstiftung. Die Schülerinnen der neunten Klassen führten ihre Projektpräsentation durch. Bei diesem fächerverbindenden Großprojekt bearbeiten sie eigenständig verschiedene gesellschaftlich relevante Themen und präsentieren sie in einer Gesamtdarstellung. Aus der Vielzahl der interessanten Themen stellen wir stellvertretend „Fairer Handel in und um Straubing" vor, da die MRU seit vergangenem Jahr die erste Fairtrade-Realschule in Bayern und Straubing Fairtrade-Stadt ist.

Bei den Projektpräsentationen der neunten Klassen an der Mädchenrealschule der Ursulinen-Schulstiftung wurde auch der faire Handel in und um Straubing vorgestellt und eine Schülerinnengruppe interviewte Stefan Stadier live.

„Mit dem Kauf von Produkten mit dem Fairtrade-Siegel leisten Sie einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeitern in Entwicklungsländern", war eine der wichtigen Aussagen der Schülerinnen aus der 9 b. In sieben verschiedenen Gruppen informierten sie rund um den fairen Handel in Straubing. Da wurden Discounter und Supermarkt verglichen und auf die Fairtrade-Produkte bei Edeka, Real und Denn's Biomarkt hingewiesen.

Kundenbefragungen und Umfragen bei Fünftklässern zeigten den Bekanntheitsgrad des fairen Handels. In einem Live-Interview mit Stefan Stadler, einem der Geschäftsführer der „Stadler & Honner"-Edeka-Märkte, die seit drei Jahren Fairtrade-Waren verkaufen, erfuhren die Zuhörer, dass aus dem Sortiment von 23000 Artikeln 150 Artikel mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet sind. „Die süßen Sachen gehen am besten", gestand Stefan Stadier schmunzelnd beim

Interview über die Angebotspalette von Kaffee, Honig, Schokolade und vielem mehr. Eine weitere Gruppe nahm das Fairtrade-Siegel in den Blickpunkt und wies auch auf „Gepä", „Naturland fair" und „Goodweave" sowie auf die Kontrollstellen in über 70 Ländern hin.

Das Fairhandelszentrum in Langquaid war Thema einer weiteren Gruppe und bot bei der Präsentation mit einem Film einen Einblick in die Arbeit der Kakaobauern, aber auch in das reichhaltige Angebot des Handelszentrums für Läden und Schulen. „Ich arbeite ehrenamtlich, weil mir der faire Handel ein ganz großes Anliegen ist", sagt der Gründer Ulrich Frey im Filmbeitrag der Schülerinnen.

Ein Rollenspiel und ein faires Menü lieferte die vierte Gruppe, die als Anschauungsmaterial auch Kakaobohnen durch die Besucherreihen wandern ließ. „Fair hat seinen

Preis", war ihre Erkenntnis beim umfangreichen Preisvergleich zwischen fair und nicht fair gehandelten Waren. Sie hatten auch mit einem Stand auf dem Stadtplatz einen direkten Vergleich angeboten und kamen dabei zum Ergebnis: Die überwiegende Mehrheit fand die Fairtrade-Produkte besser und schmackhafter. Mit einem Filmbeitrag über das Kochen einer Fairtra-de-Gulaschsuppe wurde der Appetit angeregt und anschließend hieß es „Wir wollen Sie ,fair-wohnen'!" beim gemeinsamen Catering.

Nach der Pause ging es weiter mit fair gehandelter Mode und die Zuhörer wurden sensibilisiert für „Zieh dich fair an!" Ein Vorreiter beim Thema „Fairer Handel" ist der Kleine-Welt-Laden Mitterfels. Mit 15 ehrenamtlichen Mitgliedern wird seit zehn Jahren unter dem Vorsitz von Maria Birkeneder das Bewusst-sein für den fairen Handel gestärkt. „Und die Mädchenrealschule der Ursulinen ist ein umsatzkräftiger Abnehmer für den Pausenverkauf und den kleinen Schulladen Nono", erfuhren die Zuhörer aus erster Hand.

Nur wenige Tage lagen 2013 auseinander, als die Mädchenrealschule die erste Fairtrade-Realschule Bayerns wurde und die Stadt Straubing ihre Urkunde als Fairtrade-Stadt bekam. Das umfangreiche Engagement, das hierzu gehört, stellte eine siebte Gruppe als wirkungsvolles Instrument der Armutsbekämpfung vor. Dazu gehört die faire Partnerschaft, bei der sich Verbraucher für qualitativ hochwertige und fair gehandelte Produkte entscheiden und für bessere Arbeitsbedingungen und eine selbstbestimmte Zukunft sorgen. Gesichert ist auch das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit und ebenso die Möglichkeit eines Schulbesuchs. -ih-

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