Kindergarten wird zur Herzensangelegenheit

Das Straubinger Tagblatt berichtet

 

Ursulinen-Realschülerinnen folgen Hilferuf ehemaliger Mitschülerin Carolin Günther

 

„Was? Der erst errichtete Kindergarten wird weggerissen?", war die Reaktion, als ein Spendenaufruf die Schülerinnen der Ursulinen-Realschule gegen Ende des vergangenen Schuljahres erreichte. Grund für den Aufruhr ist, dass ein von Spendengeldern errichteter Kindergarten im Township Qolweni, eines der ärmsten Viertel in Südafrika, einer neuen Straße weichen muss. Mit einem Sponsorenlauf sammelten die Schülerinnen Geld zur Unterstützung eines Neubaus.

Da an der Entscheidung der Regierung nicht zu rütteln ist, bleibt keine andere Möglichkeit, als zunächst eine Art Notunterkunft für die derzeit rund 50 betroffenen Kinder zu errichten. Erklärtes Ziel allerdings ist es, den Kindergarten direkt an die Schule zu bauen.
Carolin Günther, ehemalige Ursulinen Schülerin, die sich beim Freiwilligenprojekt „ORCA Foundation" engagiert, fühlt sich verbunden mit ihrer Schule, so dass sie angesichts der prekären Lage im Township die Ursulinen um Hilfe bittet. Ob in einem Kinderwaisenhaus, auf einer Farm für verletzte Tiere oder ihre Tätigkeit zum Schutz von Wüstenelefanten in Namibia - die ehemalige Ursuline, die zudem im Meeres- und Umweltschutz aktiv ist, fühlt sich ihren Mitmenschen, Tieren und der Natur sehr verbunden und hofft, dass möglichst viele Menschen erkennen, dass jeder etwas tun kann.
Sie engagiert sich bei ihrer Hilfsorganisation auch für Township Tours, wobei deren gesamte Einnahmen direkt dem Township und eben auch der Schule zugutekommen. Dank Spenden können Lehrmittel, Lebensmittel oder aber auch Kleidung für Kinder angeschafft werden. Zudem liegt es den freiwilligen Helfern am Herzen, dass die Kleinen ein warmes Frühstück und ein warmes Mittagessen bekommen. „Und hin und wieder kaufen wir Freiwillige auch Obst, damit eine gesunde Ernährung nicht zu kurz kommt", meint Carolin Günther.
Die Lehrer an der Township Schule arbeiten freiwillig, und erhalten nur einen geringen Lohn. „Und die Kinder sind sowieso einfach nur glücklich, wenn wir Zeit mit ihnen verbringen und ihnen Neues beibringen", erklärt Carolin Günther. Die Spielpause nach dem Unterricht genießen die Kinder noch dazu, wenn sie einer deutschen Lehrerin die blonden Haare zerzausen dürfen.

„Eine Herzensangelegenheit ist es uns auch, mit den Kindern hin und wieder zum Arzt gehen zu können, damit diese einmal durchgecheckt werden können", erzählt die ehemalige Ursuline, „da die Eltern unter finanziellen Engpässen leiden, dass sie nicht einmal mit ihren Kindern zu einem Arzt gehen können, wenn diese krank sind."

Die SMV der Mädchenrealschule kam dem Hilferuf der ehemaligen Ursuline Carolin sehr gerne entgegen, indem kurzfristig am Schuljahresende ein Sponsorenlauf initiiert wurde, bei dem die Schülerinnen pro gelaufener Runde Cent- oder Eurobeträge von einem selbstgewählten Sponsor erhielten. Dabei fühlten sich nicht nur Eltern, Großeltern oder Onkel und Tanten angesprochen, sondern auch Schülerinnen unterstützten sich gegenseitig. Auch Lehrer legten die eine oder andere Runde zurück und ganze Klassen liefen um die Wette.
Besonders spürbar war der Einsatz der jüngeren Mädchen. So lief beispielsweise die Fünftklässlerin Susanne Gsottberger über dreißig Runden und ließ die anderen Mitläuferinnen alt aussehen. Dank des Einsatzes der Läuferinnen sowie der Großzügigkeit der Sponsoren konnte Carolin Günther 1111 Euro von der SMV der Mädchenrealschule entgegennehmen, denn es ist längst zu einer Herzensangelegenheit auf beiden Seiten geworden, den Township-Kindern zu helfen.
Spendenaufruf Auch ohne laufen zu müssen, kann man Carolin Günther und ihre Hilfsorganisation unterstützen und dafür einen Betrag auf das Konto der Schule überweisen. Einfach den Betreff „Kindergarten Südafrika" mit angeben. Das Konto lautet Ursulinen Realschule, IBAN: DE63742900000000426300, BIC: GENODEF1SR1, Volksbank Straubing.

 

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