Hoch auf dem silbernen Wagen… nach Reichenbach

 

„Ich bin noch nie mit einem Doppeldeckerbus gefahren!", freute sich die Fünftklässlerin Steffi während des Mittagessens im Speisesaal des Klosters. Dort hatten sich alle Mitfahrerinnen und Mitfahrer eingefunden, um sich vor der langen Reise nach Reichenbach zu stärken. Die Aufregung lag regelrecht in der Luft, denn viele von den Schülerinnen hatten noch keine Vorstellung, was sie an diesem besonderen Tag, der sich heuer zum 44. Mal jährt, erwarten wird. Angesichts der leuchtenden Augen der Reichenbacher war im Nachhinein die Busfahrt dann nichts Besonderes mehr.

Mit spaghettigefülltem Bauch machten sich die 76 Ursulinen auf, um die silber glänzende Kutsche zunächst mit 173 bunten, liebevoll gepackten Päckchen zu beladen und dann einzusteigen.
Nach einer langen Kutschfahrt in Reichenbach angekommen, haben sich die Bewohner unheimlich über die Ankunft der Mädchen gefreut und schon darauf gewartet, dass das „Christkindl" angeflogen kommt. Mit erwartungsvollen Gesichtern nahmen sie die schönen bunten Geschenke in Empfang und die Vorfreude auf Weihnachten ist nun bei ihnen noch größer geworden.
Inzwischen kennen die Ursulinen schon so viele Bewohner so gut, dass es ihnen auffällt, wenn einer fehlt, wie Richard heuer, der sonst schon von Weitem der anfahrenden Kutsche gewunken hat.

Das Theaterstück „Warme Weihnachten", das die jungen Theaterspielerinnen zusammen mit ihrer Leiterin Eleonora Riccadonna extra für die Bewohner in Reichenbach selbst geschrieben haben, war genau richtig und die Zuschauerinnen und Zuschauer hatten so viel Spaß dabei, dass sie beim Anblick der Wichtel und Santa Claus kräftig applaudierten und sich sehr freuten, dass der urlaubsuchende Weihnachtsmann dann doch zu seinen Wichteln und Engelchen, die ihn in Italien, Bayern und schließlich auf Jamaika verzweifelt gesucht haben, zurückgekommen ist. Ein großes Kompliment sei an die Schülerinnen gerichtet, die teilweise zum ersten Mal auf der Bühne standen und die Herzen der Reichenbach-Bewohner im Sturm erobert haben. So sang nämlich am Ende des Stückes der gesamte Theatersaal gemeinsam und mit voller Begeisterung das Lied „Alle Jahre wieder".

Es hat schon Tradition, dass das LKS-Ensemble sowohl mit zünftiger Volksmusik als auch mit besinnlichen Tönen die Stimmung während der gemeinsamen Feierstunde prägt. Und auch die vom Förderverein gespendeten Lebkuchen erfreuten die Bewohner sehr.

Beim Plätzchenessen auf den Gruppen war noch Zeit für persönliche Gespräche mit den Reichenbachern selbst, was immer ein besonderes Geschenk für beide Seiten ist. „Wir sind so was wie ein Christkindl für die Bewohner", erzählte die Fünftklässlerin Tamara am nächsten Tag freudig ihren Mitschülerinnen.

Aus der Reichenbach-Schreinerei haben alle, die in der Kutsche mitgefahren sind, noch ein Geschenk in Empfang nehmen und im Handgepäck verstauen dürfen – ein kleines Insektenhotel, welches nun noch lange an die wunderbare Kutschenfahrt nach Reichenbach erinnern wird.
Und so sind alle müde, aber glücklich und wohlbehalten wieder in Straubing angekommen – mit halbleerer Kutsche, aber mit voll beschenkten Herzen.

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an Herrn Dieckmann, Herrn Geser und Herrn Zankl, Frau Dietl-Hauber und Frau Hirschberger (UrSulinen-Engerl-MitVerwaltung), Frau Engl und Frau Bucher (Engel-Postamt), Frau Becher und Frau Heil (Reichenbachzentrale - kurz „Seki"), Frau Riccadonna mit ihrer Theatertruppe (Bühnenwichtel), Herrn Geser mit dem Wahlfach Foto (Himmlisches Fotostudio), Herrn Strohmeier (Mitbringsel-Catering), Sr. Annamaria und ihrem Team (Küchenzauber), Frau Wagner, Frau Wilberg, Herrn Janker und Herrn Strohmeier (Instrumentenwolke), Danke an Christina P. (Kutschenzentrale) und Anderl Julia (ehemaliges Urschl-Engerl,) und an alle Heinzeldamen und Heinzelmännchen, die jetzt nicht persönlich erwähnt wurden.

Ganz besonders sollte einer Person von Herzen Danke gesagt werden, ohne die es ganz schön chaotisch zugegangen wäre: Die Reichenbach-Kutscherin Frau Wilberg hat die gesamte Aktion mit einer außergewöhnlichen Geduld, mit stetem Überblick und mit so viel Liebe organisiert und koordiniert, dass sie als Engel von Mensch nicht wegzudenken ist. Danke dafür!

 

Und wie hat Sr. Daniela immer gesagt:

„Ohne Reichenbach kann nicht Weihnachten werden!" ... und jetzt kann es Weihnachten werden!

 

 

 

Fotos: Wahlfach Foto - Julia, Regina und Anna

Text: Helga Wilberg und Nicola Hirschberger

                                                                                                                                                                                                       

14-12-18 Hs