Den Ohren Ruhe gönnen

AOK-Direktor Georg Kagermeier, die Lehrerinnen Sigrid Bucher und Maria Engl, Jürgen Benzinger, Melanie Spranger, Cornelia Stiegler sowie Jürgen Gsottberger (von links) mit mehreren Schülerinnen.

Das Straubinger Tagblatt berichtet:

 

AOK und Power trotz Handicap informieren Schüler am Tag gegen Lärm

 

Lärm – voll nervig! Anlässlich des 18. bundesweiten Aktionstages gegen den Lärm hat der Verein Power trotz Handicap (PtH) mit der AOK ein Aufklärungsprogramm für Schüler organisiert. Mit dabei waren Klassen der Grundschulen Ulrich Schmidl und St. Jakob sowie der beiden Ursulinen-Schulen.
PtH-Vorsitzender Jürgen Benzinger, selbst von Geburt an hörbehindert, informierte die Schüler zu den Themen Hörbeeinträchtigungen, Lärm und Lärmvermeidung. Er gab einen kleinen Einblick in das Leben mit einer Hörbehinderung. Bei einem Schreitest merkten die Schüler per Schallpegelmessung, wie laut ihr Schreien ist: Die meisten schafften etwa 75 Dezibel. „Circa 40 Stunden pro Woche kann man eine Lautstärke von 85 Dezibel aushalten", erklärte Benzinger. Was darüber hinausgehe, könne bereits das Gehör schädigen. Hörschäden fingen im Hochtonbereich an, was anfangs gar nicht auffalle, erklärte er. Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, sollte man eine laute Umgebung meiden oder Ohrstöpsel verwenden. „Die Technik ist kein Allheilmittel", sagte er warnend. Auch wenn es mittlerweile sehr gute digitale Hörgeräte gebe, an ein gesundes Ohr kämen diese trotzdem nicht heran. Die Schüler sahen sich ein Hörgerät näher an und Benzinger erklärte die Funktionsweise der Induktionstechnik. „Hörgeräte für einen leichten Hörschaden kosten zwischen 1200 und 2000 Euro pro Stück", sagte Benzinger. Bei einem mittel- und hochgradigen Hörschaden müsse man mit rund 5000 Euro rechnen. „Man muss sich überlegen, was man seinem Gehör zumutet."
„Für Konzerte gibt es zum Beispiel Ohropax"
Melanie Spranger, Lehrbeauftragte an der TH Deggendorf im Fachbereich Medientechnik/Akustik, lud die Schüler zu einer Hör- Rallye ein. Bei einem Hörquiz errieten sie Geräusche und an Hörbeispielen wurde ihnen klar, wie sich Tinnitus anhört oder wie sich Musik und Gespräche bei einem Hörschaden verändern. Melanie Spranger appellierte an die Schüler, in lauter Umgebung Gehörschutz zu verwenden. „Für Konzerte gibt es zum Beispiel Ohropax", sagte sie und zeigte auch gleich deren korrekte Verwendung. Cornelia Stiegler, Leiterin der ambulanten Beratungsstelle für Hörgeschädigte in Niederbayern, machte mit den Schülern einen Gebärdensprachkurs. Und bei Hörgeräteakustiker- Meister Jürgen Gsottberger nahm jeder Schüler noch an einem Hörtest teil. -pol-

 

wz-15-05-09