„ICH, WIR, IHR im Netz" an der Ursulinen Realschule

Im Rahmen des Wertebündnis Bayern wird derzeit durch mehrere Kooperationspartner das Projekt „ICH, WIR, IHR im Netz" zur Förderung der Werte- und Medienkompetenz von Jugendlichen realisiert.
Auf Initiative von Frau Ingrid Ritt, Mitglied im Sprecherrat des Wertebündnis Bayern, und Herrn Johannes Dieckmann, Schulleiter der Ursulinen Realschule Straubing, informierten die Diplom-Erziehungswissenschaftlerin Frau Swenja Wütscher und ihre Kollegin Frau Mareike Schemmerling, medienpädagogische Referentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienpädagogik in

Forschung und Praxis München, in der Aula der Ursulinen Realschule zahlreiche interessierte Eltern und Lehrkräfte über das Medienverhalten von Jugendlichen.
Facebook, WhatsApp, Instagram & Co. gehören zur Lebenswelt der meisten Jugendlichen. Aber warum ist das so? Was finden Jugendliche toll an diesen Angeboten? Inwiefern kann ihr Handeln in gewissen Situationen problematisch werden?
Antworten auf diese Fragen und mehr gaben die beiden Referentinnen im Rahmen des abwechslungsreichen Informationsabends. Zielsetzung des Vortrags war es, allen Teilnehmern medienpädagogisches Wissen zum

Online-Handeln Jugendlicher sowie damit verbundenen Herausforderungen zu vermitteln. Auch Handlungsempfehlungen für die Medienerziehung Ihres Kindes waren ein Teil des Abends.
So beeinflussen beispielsweise das soziale Umfeld, die Person des Jugendlichen selbst und die persönlichen Vorlieben der Jugendlichen die Art der Medienaneignung sehr. Im Laufe der Entwicklung eines Jugendlichen ändert sich das Interesse an den genutzten Medien. Hören die Kinder im Alter von 7 Jahren noch mehr Radio, so suchen sich Jugendliche mit zunehmendem Alter andere Medienmöglichkeiten, um z.B. ihre Werthaltungen zu artikulieren und nutzen dazu z.B. Portale wie WhatsApp.
Unter den 12 bis 19 jährigen besitzen mittlerweile über 90 % ein Handy, ein Smartphone bzw. einen Internetzugang. Auch W-Lan ist heute nahezu überall nutzbar, was dazu führt, dass es technisch möglich ist immer und überall online zu sein.
Die ständige Präsenz Jugendlicher im Netz hat zwar Vorteile, stellt diese aber auch vor große Herausforderungen. Beispielsweise müssen die Jugendlichen ständig selektieren, welche Nachrichten gerade wichtig bzw. unwichtig sind. Die kontinuierliche Kommunikation steigt ständig an. Es wird von Freunden, Bekannten und Verwandten oftmals erwartet, dass man immer und überall erreichbar ist und Anfragen auch sofort beantwortet. Jugendliche müssen lernen, sich bei Konzentrationsphasen, wie z.B. die Phase der Hausaufgaben, nicht dauernd unterbrechen zu lassen. Ruhepausen, in denen das Internet nicht genutzt wird, müssen bewusst genommen werden.
Die Grenzen zwischen akzeptablem und unakzeptablem Handeln im Internet verschwimmen immer mehr. Auch das müssen Jugendliche lernen einzuschätzen. Hierbei werden Erwachsene nur bedingt als Vertrauensperson wahrgenommen. Die Ratschläge von Eltern und Lehrern zum richtigen Verhalten in Facebook & Co sind für viele Jugendliche oftmals ein No-Go.

Abschließend gaben die beiden Referentinnen allen Zuhören den Tipp, immer das Gespräch mit Ihren Kindern zu suchen und großes Interesse für die Online-Aktivitäten der Jugendlichen zu zeigen. Nur so kann ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Internet gelingen bei dem auch gemeinsame Vereinbarungen wie z.B. sinnvoll gesetzte Ruhezeiten eingehalten werden.

 

Text: Dj

Foto: Vo

15-3-20 Ge