Präventionsvortrag an der Ursulinen Realschule

Einen sehr informativen und interessanten Vortrag zum Thema Kräutermischungen durften die Mädchen der 8. und 9. Klassen der Ursulinen Realschule miterleben. Schulleiter Johannes Dieckmann hatte Kriminalhauptmeisterin Claudia Eginger dafür gewonnen, an die Schule zu kommen, um die Jugendlichen im Rahmen der Präventionsarbeit, die auch im Unterricht geleistet wird, über die Gefahren und die rechtlichen Konsequenzen des Rauchens von Kräutermischungen aufzuklären.
Die Thematik hat im Verlauf der letzten Monate immer mehr an Brisanz gewonnen, wie unzählige Presseberichte über negative Auswirkungen des Rauchens von Kräutermischungen und sogar zwei Todesfälle, bislang bekannt im Nürnberger Raum, belegen.

Die Mädchen erfuhren im Rahmen des Vortrags von Kriminalhauptmeisterin Claudia Eginger, dass Kräutermischungen, auch bekannt als „Legal Highs", eine Zusammensetzung aus unterschiedlichen Pflanzenbestandteilen sind. In Einzelfällen verkauft der Hersteller diese auch unter dem Deckmantel harmloser Alltagsprodukte, wie Raumdüfte, Potpourris oder als Badesalz, größtenteils über Internetplattformen. Der Käufer konsumiert die Mischungen in Form von Rauchen, in seltenen Fällen auch oral. Die genaue Zusammensetzung in Bezug auf die Kräuter ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich, aber all diese Kräutermischungen werden mit einem flüssigen synthetischen Cannabinoid versehen, das eine ähnliche Wirkung wie THC in den Cannabisprodukten hat und einen Rauschzustand herbeiführt. Die Herstellung der Kräutermischungen erfolgt hauptsächlich in asiatischen Ländern in Massenproduktion. So werden die Kräutermischungen beispielsweise in Betonmischern mit flüssigem Cannabinoid gemischt, das sich nach dem Rührvorgang am Boden des Mischers absetzt. Die große Gefahr ist hierbei, dass beim Abfüllen in jeder Packung eine andere Menge an synthetischem Cannabinoid vorhanden ist, was für den Käufer nicht ersichtlich ist. Man kann quasi von Russisch Roulette in Bezug auf die Gesundheit sprechen. Die häufigsten Produktnamen sind laut Frau Eginger Spice Silver, Desert, Spice Gold, Spice Diamond, Yucatan Fire, Boom, Rocket, Welcome Vegas etc. Es soll durch den günstigen Preis von 10€ pro Gramm und die Verpackung in kleinen, bunten, metallischen Tütchen gezielt jugendliche Kundschaft angesprochen werden.
Die Wirkungen der Kräutermischungen sind abhängig von der jeweiligen Dosis, dem Reinheitsgrad und dem Anteil an synthetischen Cannabinoiden. Zudem spielt hier die persönliche körperliche Verfassung der einzelnen Person eine wichtige Rolle. Entscheidend ist hierbei z.B. das Gewicht des Konsumenten oder der vorherige Alkoholkonsum. Kräutermischungen wirken etwa innerhalb von 10 Minuten nach dem Konsum ähnlich wie Cannabis: Entspannung, verändertes Zeitgefühl, Zufriedenheit, aber auch Aggressivität, Kreislaufprobleme, Übelkeit, Herzrasen, Angstzustände können die Folge sein.
Sehr wichtig war es Kriminalhauptmeisterin Eginger zu betonen, dass Kräutermischungen als äußerst gefährliche Einstiegsdroge zu werten sind, weshalb die Jugendlichen alle Angebote, die ihnen gemacht werden, unbedingt ausschlagen sollten.
Im Schlussteil Ihres Vortrags ging Frau Eginger auch auf die rechtlichen Folgen des Konsums von Kräutermischungen ein, die vielen Jugendlichen nicht bewusst sind. Leider gibt es derzeit in Deutschland noch Schwierigkeiten, die Kräutermischungen alle unter dem Betäubungsmittelgesetz zu erfassen, da der chemisch hinzugefügte Zusatz durch die Hersteller immer wieder so verändert wird, dass das Betäubungsmittelgesetz nicht mehr greift. Allerdings ist es so, dass jeder Verkauf, Erwerb und Besitz von Kräutermischungen, genauso wie der Handel damit über die besagten Internetplattformen, zur Anzeige gebracht wird und eine Straftat nach dem Betäubungsmittelgesetz ist. Für die Jugendlichen kann das im Falle einer Strafanzeige schwerwiegende Folgen haben.
Beispielsweise wird die Führerscheinstelle bei Drogendelikten benachrichtigt und der Führerschein kann entzogen werden. Auch das Jugendamt wird informiert, wenn bekannt wird, dass Jugendliche z. B. Kräutermischungen konsumieren. Zudem kann eine solche Straftat nach dem BtMG auch Auswirkungen auf das polizeiliche Führungszeugnis haben, je nachdem, wie schwer der einzelne polizeilich vorbelastet ist und ob er bereits rechtskräftig zu einer bestimmten Strafe verurteilt worden ist.
Schulleiter Johannes Dieckmann bedankte sich zum Schluss sehr herzlich bei Frau Eginger für den hochinteressanten Vortrag, der den Mädchen die Gefahren des Drogenkonsums sehr eindrucksvoll verdeutlicht hat. Vorträge dieser Art sind neben der Aufklärung im Unterricht ein wichtiger Bestandteil der Präventionsarbeit an der Ursulinen Realschule.
Kriminalhauptmeisterin Claudia Eginger meinte abschließend: „Mir hat es auf jeden Fall viel Spaß gemacht und ich hoffe, ich konnte den Mädels die Thematik auch näherbringen."

 

Text und Bild: J. Dieckmann

 

16-4-15 Ge