„Segensreiches Wirken im Schuldienst“

das Straubinger Tagblatt berichtet:

 

Bischof Voderholzer feiert mit Ursulinen 325-jähriges Jubiläum des Klosters


Zusammen mit der Schul-Großfamilie der Ursulinen, den Schwestern des Konvents und vielen Ehrengästen feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Freitagvormittag in der vollbesetzten Basilika St. Jakob den Festgottesdienst zum 325-jährigen Bestehen des Klosters der Ursulinen in Straubing. Die Schwestern haben in dieser Zeit nicht nur segensreiche Arbeit zum Wohl der jungen Mädchen in der ganzen Region geleistet, sondern mit Gottes Hilfe und ihrem ungebrochenen Willen sogar zwei Klosterschließungen während der Säkularisation 1802 und in der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten überstanden, würdigte der Bischof das große Engagement des Konvents.

Es war ein beeindruckender Gottesdienst, den die Schülerinnen von Realschule, Gymnasium und Fachakademie für Sozialpädagogik zusammen mit ihren Lehrern und den Schwestern des Konvents für das Jubiläum der Ursulinen in Straubing vorbereitet hatten. Jede Menge zusätzliche Stühle mussten aufgestellt werden, die frisch renovierte Basilika strahlte mit den Schwestern um die Wette, die schwungvollen Lieder brachten den großen Kirchenraum zum Klingen und das Motto der Feier „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir" ließ alle ein bisschen zuversichtlicher in die Zukunft blicken.
Die in der Bibel immer wieder bekräftigte Zusage, dass Gott die Menschen in ihrer Not nicht alleine lasse, könne auch für die Menschen heute sehr tröstlich sein, sagte der Bischof in seiner Predigt. Auch wenn es manchmal den Anschein habe, als ob Gott das Schiff seiner Kirche in den Stürmen der Zeit alleine lasse. Der Blick in die Geschichte des Straubinger Ursulinenklosters bestätige das mehrmals. Der Orden habe sich von Anfang an der Mädchenbildung gewidmet, die auch heute noch von großer Bedeutung und integraler Bestandteil des kirchlichen Verkündigungsauftrags sei maßgeblich von Ordensfrauen und -männern aufgebaut worden.

„Auf Gott aufmerksam machen"

In einer Zeit des materiellen Reichtums sei vielfach spirituelle Armut zu beklagen. Gott sei für viele Menschen zu einem Fremdwort geworden. Es sei der Auftrag aller Christen und ein wichtiger Dienst an der Gesellschaft, durch Gebet und öffentliches Zeugnis auf Gott aufmerksam zu machen. Gerade in einer spannenden Umbruchphase, wie sie die Menschen heute erleben, müsse sich die Kirche den aktuellen Herausforderungen stellen, dürfe aber auf Gottes Hilfe vertrauen.
In den Schulen der Ursulinen würden die Mädchen eine umfassende Bildung bekommen, die den ganzen Menschen umfasse und auch die christlichen Werte einschließe, sagte Dr. Voderholzer. Gott sei auch heute noch die Antwort auf die letzten Fragen des menschlichen Daseins. Eindringlich forderte der Bischof die Mädchen auf, ihren Glauben nicht zu verleugnen und im Alltag Zeugnis von ihrem Glauben zu geben und von der Hoffnung, die die Schwestern der Ursulinen durch ihre Worte und ihr Lebenszeugnis seit 325 Jahren vermitteln. „Durch euer Zeugnis sollen die Menschen die Erfahrung machen, dass Gott da ist und mit uns auf dem Weg ist."
Oberin Schwester Ursula Wagner bedankte sich bei Bischof Voderholzer und den zahlreichen Gästen aus Politik und Gesellschaft für die vielfältigen Zeichen der Verbundenheit mit dem Orden. „Es ist nicht selbstverständlich, dass der Bischof zu uns kommt, um mit uns zu feiern."

Bei einer symbolträchtigen Gabenprozession brachten Schülerinnen der drei Schulen ihre Anliegen in Form eines Bootes, eines Segels und eines Kompasses vor den Altar. Auch bei der Kommunionmeditation betonten die Schülerinnen ihr Vertrauen auf Gott, besonders in schweren Zeiten. Am Ende des Gottesdienstes überreichten drei Schülersprecherinnen dem Bischof ein Boot mit Spenden, die die Schüler in den vergangenen Tagen gesammelt hatten. Dieses Geld will der Bischof einem Pater nach Indien schicken, der ihm gestern einen Brief mit der Bitte um Hilfe für die dortigen Flutopfer geschickt hatte.
Die festliche musikalische Gestaltung lag beim Stiftungschor unter Leitung von Jochen Benkert, bei der Band KoStro&friends unter Leitung von Emmeram Strohmeier, den Sängerinnen der Schulen, dem Orchester des Gymnasiums und der Q11-Schülerin Miriam Ruhstorfer an der Orgel.
Die langjährige Leiterin des Ursulinengymnasiums, Schwester Angela Veit, bedankte sich bei allen, die den beeindruckenden Gottesdienst vorbereitet und ihre Ideen eingebracht hatten: „Ihr habt uns damit viel Freude und Mut gemacht."
-fun-

 

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