Ursulinen machen Politik

Bericht im Straubinger Tagblatt

 

Petition im Landtag eingereicht – Hitzige Diskussion

 

Die Klasse 9b der Ursulinenrealschule hat eine Petition im Bayerischen Landtag eingereicht, weil die Mädchen der Meinung sind, dass es besser wäre, die Zeitschrift des Kultusministeriums „Schule und wir" in Papierform abzuschaffen und sie per E-Mail als pdf-Datei zu verschicken. So könnten Papier und Geld gespart werden. Die Ursulinen haben sich zwar mit ihrer Petition nicht durchgesetzt, aber Erfahrungen gesammelt.

Auf die Idee mit dem Verzicht auf eine Druckausgabe waren die 29 Mädchen gekommen, als sie im Deutschunterricht mit Lucia Mack das Argumentieren geübt haben. Gerade an diesem Tag hatten sie wieder einmal „Schule und Wir"-Hefte ausgeteilt bekommen. Das sei doch Papierverschwendung, da viele der Eltern diese Heftchen gar nicht lesen. Zum einen, da sie sich nicht für den Inhalt interessieren oder die Schülerinnen es einfach vergessen, sie zu Hause abzugeben. Statt der Druckversion sei es doch wesentlich umweltschonender, das Heft per E-Mail als pdf zu verschicken. Obendrein gibt es bereits an vielen bayrischen Schulen das Internetsystem ESIS. Mit diesem werden Elternbriefe digital an die Erziehungsberechtigten gesendet. Motiviert als erste Fairtrade-Realschule Bayerns und vom Engagement als „Papier AG" an der Schule, verfasste die gesamte Klasse einen Brief an MdL Josef Zellmeier und schilderte ihre Argumente. „Mit unserem Brief haben wir im Ministerium einen großen Stein ins Rollen gebracht und wurden eingeladen, nach München zu kommen, um an der Petition im Hinblick auf ,Schule und wir' teilzunehmen", erzählen die Mädchen.. Die gesamte Klasse, Lehrer und Schulleiter Johannes Dieckmann reisten mit dem vom Landtag spendierten Bus nach München, genossen das prunkvolle Landtagsgebäude und eine Führung durch das „Maximilianeum". Höhepunkt war die Teilnahme an der Sitzung des Ausschusses. Dabei verfolgten die Mädchen gespannt die etwas hitzigen Diskussionen der Politiker. Schlussendlich kamen die Abgeordneten jedoch zu dem Entschluss, dass das Heft „Schule und wir" weiterhin in Papierformat ausgegeben werden soll. Da hatten auch die Argumentation und die zu bedenkenden Worte von Verena Früchtl keine Chance. Sie erklärte dabei den Umweltgedanken, den die Papier AG der Ursulinenrealschule verfolgt.
Elternbriefe werden bei den Ursulinen und 347 anderen Realschulen sowie 426 Gymnasien in Bayern schon online verschickt. „350 000 Euro Kosten für Druck und Versand könnten gespart werden", war eines der Argumente von Verena Früchtl. „Aber es machte uns stolz, denn nicht allzu oft darf ein Zuhörer im Landtag etwas sagen", berichten die Mädchen.
„Politik und Allgemeines" war anschließend noch das Thema einer Fragestunde. Obwohl sie mit ihrer Petition nicht durchgekommen waren, waren die Ursulinenrealschülerinnen glücklich über diesen ersten Vorstoß zur Abschaffung einer gedruckten Ausgabe von „Schule und wir". -ih-

 

wz15-10-16