„Jetz hamma de Bescherung“

Tom Bauer und Hans Pollner brillierten in ihren Rollen und verschenkten an alle Besucher Zündhölzer. Gemeinsam mit den Organisatoren der Fördervereine von Gymnasium und Realschule der Ursulinen stellten sie sich zum Erinnerungsbild

Bericht im Straubinger Tagblatt

 

Fast ausverkauft war der Auftritt von Tom Bauer und Hans Pollner: „Jetzt hamma de Bescherung." Rund 200 Gäste sind dazu auf Einladung der beiden Fördervereine von Realschule und Gymnasium der Ursulinen in die Pausenhalle der Realschule gekommen. Fast drei Stunden hinterfragten und hinterleuchteten die beiden Humoristen auf vielfältige Weise die Weihnachts- und Adventszeit mit humorvollen, skurrilen, aber auch hintergründigen und nachdenklichen Geschichten, Liedern und Bildern.


Gekonnt gemacht war der Anfangsfilm, der die beiden gen Straubing ziehen ließ – im Grünen auf dem Schlitten. Und schon standen sie „waschecht" im Vortragsraum. Am großen medialen Adventskalender wurde für jeden Tag ein Türchen geöffnet und die beiden skizzierten ihre unterschiedlichen Sichtweisen über die „staade Zeit" – in Mundart selbstverständlich. Einfach eine schöne Bescherung lieferten sie, egal ob sie den Fragen nachgingen „wieso das Christkind neuerdings Internet, DSL, Google und Wikipedia braucht" oder „ob die Schafe eigentlich in Sicherheit waren, als die Hirten in Bethlehem Schafkopf spielten?" Lange Überlegungen bot Tom Bauer über die Heiligen und Schutzpatrone. Und da fragte er allen Ernstes, ob es denn Zufall sei, dass der Heilige Florian gleichzeitig der Schutzpatron der Feuerwehr und der Bierbrauer ist...
Viel zu lachen gab es bei der Betlehemrallye, beim Entschleunigen und beim Kripperlmoos-Verkaufen. Aber auch der Hängechristbaumast – damit man besser mit dem Staubsauger drunter kommt – oder die Tradition des Christbaumlobens wurden auf die Schippe genommen.
Eine wahre Freude waren die beeindruckenden
winterlichen Fotografien von Hans Pollner. Die Winterreise auf der Großleinwand wurde mit eigens von Tom Bauer komponierten Klavierstücken untermalt und hier wurde die „staade Zeit" so richtig spür- und fühlbar.
Das große Comeback von Hans Pollner nach über 30-jähriger Abstinenz vom Blockflötenspielen verursachte ebenso viele Lacher wie „Weihnachten 2015", als Björn und Jennifer in Straubing ihr Neugeborenes bekamen und die Heiligen Drei Könige mit einem Handy und Flatrate-Vertrag zu Besuch kamen. Eine nachdenklich stimmende wahre Geschichte hielt Hans Pollner hinter dem 24. Türchen mit dem Titel „Wärme spüren" parat, bei der 1927 der kleine Ludwig seinen Mist mit dem Fuhrwerk bei 16 Grad Minus wegbrachte und zwecks vergessener Mistgabel die Hände zum Abladen benutzte und merkte: Je öfter er in den Mist hineinfasste, umso mehr spürte er die Wärme. „Ist da nicht ein Kerngedanke von Weihnachten versteckt?" fragte er seine Zuhörer und gab den Ratschlag, vor Weihnachten mit „allem Mist aufzuräumen und Frieden zu schließen". Dann kamen natürlich Forderungen nach Zugabe und so wurden noch die Türchen 25 und 26 geöffnet. Hier dachten die Zündhölzer über den Sinn des Lebens nach. Als plötzlich alle keine Lust mehr hatten „ihre Arbeit" zu tun, brach das ganze System zusammen. Eine wunderbare Geschichte, um die Botschaft weiterzugeben, dass jeder, auch mit der kleinsten Aufgabe betraut, wichtig ist. Endgültig beschlossen wurde das Weihnachtsspektakel mit dem gemeinsamen Lied „Mia hama de Bescherung".
-ih-

 

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Ein paar Impressionen vom Abend