„Das Gscheidhaferl“

In einer launigen Inszenierung spielten 60 Schülerinnen der Ursulinenrealschule „das Gscheidhaferl“ nach eigenen Texten und Musikchoreographien. Foto: Irmgard Hilmer

Musical der Gesangsklassen an der Ursulinenrealschule – Alles selbst gemacht

„Das Gscheidhaferl" war der vielversprechende Titel des Musicals, das die Gesangsklassen 6a und 6b der Ursulinenrealschule einstudierten und aufführten. Das Besondere: Alles kam aus der Feder, aus den Gedanken, aus den Proben der 60 Schülerinnen. Verpackt und inszeniert wurde das alles in ein begeistertes und ansteckendes Musik- Tanz-Theater, für das Musiklehrerin Helga Wilberg verantwortlich zeichnete. Um es vorwegzunehmen: die 60 Mitwirkenden haben ganze Arbeit geleistet und eine lustige Aufführung geboten.
Wenn sich Jugendliche einer „Oper", nämlich der „Klugen" von Carl Orff annähern, was wird dann passieren? Klar - die Geschichte bekommt ein neues Gesicht und wird ein modernes Musical mit viel Witz, Tanz und selbstverständlich Gesang. Im Herbst war es soweit, dass die Gesangsklassen 6a und 6b „Die Kluge" von Carl Orff kennenlernten. Dass das Opernensemble Animato aus Wien die Mädchen zum aktiven Mitmachen einlud, trug das seine dazu bei. Es ging daran, das Textbuch zu modernisieren und in niederbayerischen Dialekt zu übersetzen. Eine wichtige Aufgabe war das Suchen von modernen Songs, die zum Inhalt des Musicals passen. Gesucht und gefunden, ging es an das Umtexten. Wieder war Gruppenarbeit angesagt, um die Lieder zu choreographieren und dann in gemeinsamen Chorstunden einzustudieren. Wichtiger Bestandteil der Vorbereitungen war nun, in klassenübergreifenden Kulissenbaunachmittagen „frei nach Hundertwasser" die Entwürfe der Schülerinnen für die Kulissen selber zu gestalten, zu bauen und zu bemalen. Der Musikunterricht diente zum Proben der Szenen und dabei war auch die Band fleißig am Üben. Nun endlich füllten Eltern und Geschwister sowie viele Ehrengäste die Aula der Ursulinenrealschule. Schulleiter Johannes Dieckmann hielt eine launige Begrüßungsrede. Allen Gästen wünschte er ganz viel Spaß und nach einer kurzen Einführung durch Musiklehrerin Helga Wilberg konnte der Musicalspaß auch schon beginnen. Inhaltlich ging es darum, dass ein ehrlicher Bauer beim Pflügen einen goldenen Mörser findet und diesen zum König bringt, obwohl ihm seine superschlaue Tochter davon abgeraten hat. Da der Bauer aber den Stößel zum Mörser nicht gefunden hat, wirft der habgierige Herrscher den Bauer in den Kerker. Er glaubt, der Bauer habe ihn um den Stößel betrogen. Nun jammert der Bauer: „Oh, hätte ich meiner Tochter nur geglaubt". Der König wird davon neugierig und möchte diese superschlaue Bauerstochter kennen lernen und ihre Klugheit testen. Diese besteht den Test, der König verliert seine Wette und das Gscheidhaferl wird seine Frau. Im Laufe des Musicals erkennt der König jedoch, dass er der Schlauheit seiner Frau nicht gewachsen ist. Zum Beispiel brachte die Gruppe hier den Fairtrade- Gedanken hervorragend ins Spiel – schließlich ist die Ursulinenrealschule ja die erste Fairtrade-Realschule in Bayern. Der König jedenfalls kam mit Fairtradepizza und -schokolade wunderbar zur Ruhe. „Jetzt hamas gschafft" waren die Lobesworte von Musiklehrerin Helga Wilberg. Sie drückte ihre Berührung und ihren Stolz auf die Mädels aus. Und natürlich spendeten die Zuschauer mächtig Applaus, als die einzelnen Darstellerinnen vorgestellt wurden - ih –

 

Aus dem Straubinger Tagblatt vom 26.04.2016

Foto und Text: Irmgard Hilmer

 

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