Ohne Noten in der Schule

Das Straubinger Tagblatt berichtet:

 

Blaskapelle Josef Menzl spielt Benefizkonzert beim Förderverein der Ursulinen Realschule

 

Die Kapelle Josef Menzl, bekannt trotz Rundfunk und Fernsehen, nennt sich „die definitiv drittschönste Kapelle nach den Rolling Stones und Motörhead". Als wahre Könner ihres Fachs begeisterten die Musiker in der Aula der Mädchenrealschule der Ursulinen bei einem Benefizkonzert des Fördervereins.

 

Karmelitenbrauerei Getränke und die Festwirtsfamilie Reisinger Leberkässemmeln. Die Kapelle Josef Menzl steuerte zusätzlich den Verkaufserlös ihrer Programmhefte bei. So kamen 1925 Euro für den Förderverein zusammen. Kapellmeister Josef Menzl führte durch das Programm der acht Bläser mit urigem Humor und wusste zu jedem Stück eine lustige Anekdote. Die Gäste hätten mehr sein können, die lichten Stuhlreihen schmerzten bei einem Benefizkonzert schon ein wenig – umso mehr legten sich die Gekommenen ins Zeug. Denn die ganz jungen Damen, herzige Kinder in feschem Trachtenoutfit, schrien laut „Ja!", als sie gefragt wurden, ob sie die Kapelle Menzl schon kennen. Neben Wirtshaushymnen wie „Bayern, des sama mia" bewies die Blaskapelle Spontanität und Können mit „Fuchs, du hast die Gans gestohlen" und „Weißt du, wie viel Sternlein stehen". Kindern und Eltern gefiel es, man sang und klatschte mit.
„Geld und Angst hatten wir noch nie", versicherte Menzl. Er erklärte den Zuhörern, dass es „Strafstücke" in der Kapelle gebe, die eingesetzt würden, wenn einer frech ist oder etwas sagt, was der Chef nicht hören mag. Für die Gäste waren diese Strafstücke ganz besondere Schmankerl, wie beispielsweise der Solo-Landler für Trompete und Klarinette. Das Liedgut, das man aus Wirtshäusern und Bierzelten kennt, spielt die Kapelle Josef Menzl einzigartig schwungvoll und voller Esprit – und das alles auswendig, ohne Notenblätter.
Ein starkes Plädoyer hielt Josef Menzl für das Ehrenamt und rief speziell zum Mitmachen bei der Feuerwehr auf. Er selbst sei Mitglied bei der FFW Pentling, rücke viele Male im Jahr aus und widmete „Des Feuerwehrhäusl brennt" den Kameraden. Schuld daran, dass Menzl Musiker geworden ist, sei das Fernsehen: Als Kind habe er gerne das „Königlich Bayerische Amtsgericht" angeschaut, „weil mich die Musik so begeistert hat".
Nach „Freibier", eine umgedichtete Version von „Ice Cream", und einem „Prosit der Gemütlichkeit" mit Bier für jeden Musiker vom Förderverein zeigten die Musiker bei der „Russischen Bauernhochzeit, wie sehr die Musiker ihr Handwerk verstehen.
Beim bunten Melodienstrauß dieses Abends durfte auch das „Tiroler Lied" und das „Rehragout" nicht fehlen und dem perfekten Abschluss auf der Bühne mit den Kindern zu „Weißt du, wie viel Sternlein stehen" konnte nur noch die traditionelle Bayernhymne – stehend und von allen Zuhörern mitgesungen – folgen.
Fazit dieses Abends: Wer nicht dabei war, hat etwas versäumt. Die Vorsitzende des Fördervereins der Ursulinen Realschule, Karin Mittermeier- Ruppert, dankte den Hausherren und Konrektoren Wolfgang Zankl und Johannes Geser für die Gastfreundschaft in der Aula sowie dem Vorstand des Fördervereins für die eifrige Mithilfe. -ih-

 

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