Rotkäppchen: voll verdreht

Dreißig Spielfreunde der Theatergruppe an der Ursulinenrealschule erfreuten mit dem voll verdrehten Märchen vom Rotkäppchen.

das Straubinger Tagblatt berichtet:

Jeder meint, er kennt das Märchen „Rotkäppchen". Die Spielfreunde an der Ursulinenrealschule haben dieses Märchen modernisiert. Und schon tauchten Fragen auf. Was hat die Großmutter zu verbergen? War vielleicht doch nicht der Wolf der Böse? 30 Theaterspielerinnen hatten ihre Freude, den vielen Gästen ein „verdrehtes Rotkäppchen" zu zeigen. Unter der Leitung der Lehrerinnen Nicola Schuß und Eleonora Riccadona hatten sie seit vielen Wochen geprobt.

Dass aus der Gruppe in einer Theaternacht richtige Freunde wurden, begeisterte alle. Viele Mädchen standen zum ersten Mal auf der Bühne, aber es waren auch alte Hasen mit dabei, die ihr Bühnendebüt längst hinter sich haben. Stolz waren allesamt auf den neuen Vorhang, den die letztjährigen Gesangsklassen und Musiklehrerin Helga Wilberg für die gesamte Schulfamilie gesponsert haben. Neu war auch, dass jede Theaterspielerin ihre „faire Theatertasche" mit dem neuen Logo für die Utensilien und Requisiten bekam. Tolle Unterstützung gab es vom Technikteam und bei der Aufführung hatte auch der Fairtrade-Kiosk Nono geöffnet.
Bemerkenswert beim Spiel war, dass die Rollen doppelt gespielt wurden, also in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Da gab es herrliche Rückblicke und verschiedene Sichtweisen. Im Märchen kam die Polizei, um sich des ganzen Rotkäppchen- Falles anzunehmen. Schließlich waren im Wald Rezepte verschwunden und die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Weil es mehrere Verdächtige gab, gab es auch mehrere Geschichten: Rotkäppchen, Großmutter, der Wolf und der Holzfäller wurden nacheinander befragt. Und jeder erzählt seine Sichtweise, um die Verbrecherjagd zu forcieren.
Da gab es ein Rotkäppchen, das sich mit Pfefferspray wehrte oder einen Wolf, der sich als „Mann von der Post" ausgab. Im Stück wurde gestrickt und die Bürgerwehr tauchte auf, zwischendurch gab es auch mal Komplimente oder spitze Bemerkungen. Und der Zuhörer musste schon gut zuhören, um die kleinen Spitzfindigkeiten gleich zu verstehen. Wie aus dem echten Leben war die Szene, als Rotkäppchen mit der Großmutter telefonierte und die Oma aufhören musste „weil meine Sendung gleich anfängt".
Klar war: „Wenn ein Baum im Wald fällt, gibt es mindestens drei Geschichten – meine, deine und die des Baumes." Schlussendlich gab es ein Happy End, wie es sich für ein Märchen gehört. Und großen Applaus von allen gab es auch. -ih-

 

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