„Unter Dach und Fach ... gut aufgehoben!“

Große Freude über das Ende der Baumaßnahmen an der Ursulinenrealschule (v.l.): Landrat Josef Laumer, Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Ministerialbeauftragter Leitender Realschuldirektor Bernhard Aschenbrenner, Oberin Sr. Judith Reiß, Domdekan Johannes Neumüller, Kommissarische Schulleiterin Sr. Ursula Wagner, Architekten Josef Garnhartner, Reiner Glier und Johannes Pielmeier sowie Konrektor Johannes Geser.

Das Straubinger Tagblatt berichtet:

Ursulinenrealschule nach 17 Jahren ohne Baustelle – 16,3 Millionen Euro verbaut

„Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut." So lautete das Thema, mit dem Domdekan Johannes Neumüller den Wortgottesdienst mit allen Gästen an der Ursulinenrealschule feierte. „Endlich fertig" durfte die große Schulfamilie sagen, denn nach 17 Jahren Abbruch, Renovierungen und Neubauten präsentiert sich die Ursulinenrealschule als ein Gebäudekomplex der in Architektur und Pädagogik, in der Verbindung von Altem und Neuem, von historischem Ambiente und moderner Ausstattung eine Symbiose darstellt. Die Schule ist nach der gelungenen Baumaßnahme bestens gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft.

Konrektor Johannes Geser verstand es, schon den Willkommensgruß kurzweilig zu gestalten. Schließlich sei man ja hier, weil nun alles unter „Dach und Fach" ist. Dabei blickte er aber auch auf das deutlich geschrumpfte Geldfach im Kloster.

Domdekan Johannes Neumüller bei der Segnung der neuen Räume.

Im Wortgottesdienst stand der Dank im Mittelpunkt der schwungvollen Lieder, Fürbitten und biblischen Texte. Domdekan Johannes Neumüller sprach über die Wasserfluten, die ein Haus wegschwemmen können. Den Mädchen rief er zu, wie dringend die Kirche junge verantwortungsvolle Leute braucht. In kurzen Sketchen blickten Schülerinnen aus verschiedenen Klassen auf die 17-jährige Bauzeit zurück und erzählten die Baugeschichte. Da wurde in die Rolle von Sr. Daniela, Sr. Hildegard und Sr. Veronika geschlüpft. Es kamen die Architekten zu Wort und die Schülerinnen.
Der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Niederbayern, Bernhard Aschenbrenner, freute sich, dass alles in vollem Glanz erstrahlt und neue Perspektiven eröffnet. Hier sei nichts dem Zufall überlassen: Schulprofil, Gebäude, Menschen greifen ineinander, bilden eine höhere Einheit, geben eine Schulphilosophie. Schule sei nicht nur Lernraum, sondern auch Heimat mit Wissens- und Herzensbildung. Und hier werde das Leit- und Erziehungsbild auf christliche Werte gebaut.
Auch bei Architekt Reiner Glier überwog die Freude und die Dankbarkeit, als er auf den Bau zurückblickte. Sein Dank galt vor allem dem Kloster für die hervorragende Zusammenarbeit.

Ein Feuerwerk an Kreativität und Einfallsreichtum lieferten die Schülerinnen und Lehrer unterhaltsam und kurzweilig mit ihren tänzerischen, spielerischen und musikalischen Leckerbissen – mal zum Zuhören, zum Mitsingen, zum Mitklatschen oder Mitwippen.
Als kommissarische Schulleiterin, als ehemalige Oberin und Ex- Bauherrin und als Leiterin des Organisationsteams betonte Sr. Ursula Wagner: „Gott hat fleißig mitgebaut an unserer Schule. Uns 17 Jahre mit seinem Segen begleitet." Sie erinnerte an die besonderen Herausforderungen vom Abtragen des ersten Stockes während des laufenden Schulbetriebs, dem Ausheben der Baugrube für die Turnhalle, wo es an die Grundstücksgrenzen und weitere Grenzen ging, sowie an das Gewölbe, das sich sechs Meter unter „unseren Füßen" befindet. Ihr Dank ging an alle Planer, Architekten und Firmen, die mit Fachkompetenz und handwerklichem Geschick die verschiedenen Gewerke ausgeführt haben. Die Lacher hatte Sr. Ursula auf ihrer Seite, als sie die 17 Jahre Bauzeit mit der Bauzeit von Schloss Linderhof und den Kosten von Schloss Herrenchiemsee verglich. 16,3 Millionen Euro habe der Bau verschlungen. Die bayerische Staatsregierung unterstützte mit 3,2 Millionen, das Bistum Regensburg mit 1,4 Millionen und die Stadt Straubing und der Landkreis Straubing Bogen mit je 835000 Euro. „Herzlicher Dank an Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Landrat Josef Laumer. Sie haben uns sehr verlässlich und großzügig und vor allem freiwillig unterstützt," betonte Sr. Ursula und bat auch Domdekan Johannes Neumüller, den Dank an Bischof Rudolf weiterzugeben.
Ein besonderes Dankeschön erhielten die Mitschwestern und das Kloster, denn eine Eigenleistung von 10 Millionen Euro habe dieses Mammutwerk erst möglich gemacht. „Möge Gott in diesen Mauern immer bei uns sein, " wünschte Sr. Ursula abschließend.
Das Dankeschön ganz zum Schluss sprach Konrektor Johannes Geser und dankte den Bauherrinnen: dem Kloster. „Ich denke, dass es von großem Wert war, dass alle unsere Schwestern tagtäglich die Schule und den Bau in ihr Gebet genommen haben. Und es hat gewirkt". 17 Jahre Bauzeit ohne Unfall oder Zwischenfälle, obwohl mehr als 700 Schülerinnen 17 Jahre lang tagtäglich ein und aus gingen, 50 Kollegen 17 Jahre auf einer Baustelle unterrichteten, zig Arbeiter aller Gewerke 17 Jahre tief unter der Erde und hoch oben auf den Gerüsten arbeiteten. „Und es ist nichts passiert, niemand kam zu Schaden", resümierte Geser.
Dann ging es zum gemütlichen Teil mit Leckerbissen aus der Klosterküche, Lieder der Schulband und vom LKS sowie Schulhausführungen durch die Mädels. -ih-

 

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