Ein absolut irres Kochduell

 

Die Ernährung ist eines der komplexesten und spannendsten Themen der heutigen Zeit. Täglich sind wir damit konfrontiert, wie wir „richtig" mit unserem Essen umgehen sollen. In einer globalen Welt mit hohen, ethischen Maßstäben suchen wir die „richtige" Lebensweise im Hinblick auf unsere Umwelt, unsere Mitmenschen, unsere Mitlebewesen, unsere Gesundheit und unseren Geldbeutel.
Angesichts dieses Hintergrundes gastierte das „Nimmerlandtheater" mit dem musikalischen Theaterstück „Ein absolut irres Kochduell" für die Fünft- und Sechstklässlerinnen sowie für die Haushalts- und Ernährungsklassen der 7. und 8. Jahrgangsstufe an der Ursulinen Realschule.

Tina Turbo ist auf dem Gipfel ihres Erfolgs angelangt. Als Moderatorin von Kochshows wird sie erstmalig alle berühmten TV-Köche in einem Live-Kochduell antreten lassen. Drei sprechende Tiere stolpern aufgrund einer Verwechslung allerdings in diese Live-Kochshow. Da die Tiere ursprünglich in einer Castingshow für Nachwuchsrapper im Studio nebenan auftreten wollten, geben sie ihre eingängigen deutschsprachigen Hip-Hop-Lieder in der Kochshow zum Besten. Die Moderatorin Tina Turbo muss also improvisieren. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn die Tiere haben sehr unterschiedliche Auffassungen von einer „richtigen" Ernährung. Schon die Menüauswahl zeigt die unvereinbaren Positionen der tierischen Gäste.

Die Kuh Rita Horn ist überzeugte Vegetarierin, Hanna, das Huhn, aus familiären Gründen vegan und MC Keiler, das bayerische, unveredelte Landschwein, isst-was-am-besten-schmeckt. Als das Schwein schließlich ein Wiener-Kalbsschnitzel zubereiten möchte, eskaliert die Situation. Die Kuh ist außer sich, befürchtet sie verständlicherweise, eines ihrer Kinder könnte in der Pfanne landen. Tina Turbo versucht zu schlichten und schlägt vor, in dieser Kochshow auf die Zubereitung von Huhn, Schwein und Rind zu verzichten. Schließlich „gäbe es noch so viele andere leckere Lebewesen".

Diesen Vorschlag nehmen die Tiere durchaus ernst. Schließlich landet die Moderatorin selbst im Kochtopf und die Tiere verhandeln darüber, ob es vertretbar ist, Menschen zu verspeisen.
Die Hauptdarsteller werden von nur einer Schauspielerin auf gekonnte Weise angesichts einer imposanten Bühnenkulisse dargestellt. Das Stück und die eingängigen Lieder thematisieren auf witzige und unterhaltsame Weise die elementaren Bestandteile unseres Essens und stellen die Frage nach der Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen bei der Ernährung. Zudem lautet die Botschaft, die auch im Rahmen des Unterrichts angesprochen wurde: „Iss weniger Zucker und nicht zu viel Fett!"

 

18-01-23 scu