Polizistin und Krankenpfleger

Heute ist Girls' und Boys' Day: Wie wichtig finden Schüler den beruflichen Schnuppertag?

Von Lena Feldmeier Straubinger Tagblatt

Polizisten sind mutige, starke Männer. Wer sich um Patienten kümmert, ist weiblich und zierlich. Klischees, mit denen an Girls' und Boys' Day aufgeräumt wird. Mädchen und Jungen lernen die für sie eher untypische Seite der Berufswelt kennen – technisch oder sozial. Vorab erzählen Schüler im Gespräch über eine Entscheidung fürs Leben, Gleichberechtigung und darüber, dass der Spaß am Beruf nicht zu kurz kommen darf.

Justin Szasz und Jonas Stroinski aus der achten Klasse der Jakob- Sandtner-Realschule sind Schulsanitäter. Wo sie den Tag verbringen, war schnell klar: „Wir haben uns auf der Website für das Klinikum angemeldet", so Justin Szasz. Die 14-Jährigen wollen sehen, wie Ärzte arbeiten. Dass es sich um einen sozialen Beruf handelt, ist für sie nicht schlimm: „Mal was anderes, es muss nicht immer Mechaniker sein." Ausgelacht wird dafür keiner – im Gegenteil.

„Keinen Strich ziehen“

Es gibt viele aus der Klasse, die den Tag schätzen: „Es wäre schön, wenn es einen zweiten gäbe", betont Jonas Stroinski. Jungs und soziale Berufe? „Das passt", sind sich beide einig. Denn es gibt weder typische Mädchen- noch Jungenberufe. „Jeder kann machen, was er will", sagt Justin Szasz. Damit dies deutlich wird, sollte vielleicht ein gemeinsamer Titel gefunden werden: „Keinen Strich zwischen Girls' und Boys' Day ziehen." Die beiden Achtklässler freuen sich auf den Tag, denn danach können sie besser entscheiden, wo es in Zukunft hingeht. „In der achten Klasse ist es Pflicht, aber da hat es schon Spaß gemacht", sagt die 14-jährige Anna Schüller von der Ursulinen-Realschule. Für sie war der Girls' Day wegweisend, denn eigentlich wollte sie Heilerziehungspflegerin werden. „Mir gefällt etwas Technisches nun doch besser." Im vergangenen Jahr war sie für einen Tag bei der Sturm Group, heuer erfährt sie an der Universität Regensburg mehr über Photovoltaikanlagen.

„Den Tag braucht es“

Mitschülerin Lisa Hafner hat sich für die Polizei entschieden: „Es gibt Innen- und Außendienst und daher viel zu sehen." Zusammen mit Achtklässlerin Maja Schumann finden sie es super, dass die Auswahl so groß ist: „Ob ein Besuch in der Werkstatt oder der Beruf des technischen Zeichners, es wird so viel geboten", so Maja Schumann, die ebenfalls in eine technische Richtung geht. Dass es als Gegenpart den Boys' Day gibt, gefällt ihnen: „Die dürfen auch machen, was sie wollen und was Spaß macht." Ganz ohne den Girls' Day geht es nicht: „Den Tag braucht es", sagt Maja Schumann, „viele trauen sich ohne ihn nicht, einen technischen Beruf auszuprobieren", ergänzt Anna Schüller. Daher wäre es für sie schön, wenn es den Tag öfter gäbe. „Dann kann man mehr ausprobieren." Viele ihrer Mitschülerinnen wollen jedoch später auch einen Beruf in der Wirtschaft ausüben, was für die drei Schülerinnen vollkommen in Ordnung geht: „Jeder soll das machen, was ihm Spaß macht. Das ist die Hauptsache."

 

wz1804