„Klimaschutz durch Bäumepflanzen“

Das Straubinger Tagblatt berichtet:

Ursulinen-Realschule startete Baumpflanzaktion für „Fridays for Future"

„Wir gehen mit gutem Beispiel voran", war der Grundtenor der 40 Schülerinnen an der Ursulinen-Realschule am Freitagnachmittag. Sie beteiligten sich an der Ursulinen-Aktion „Klimaschutz durch Bäumeanpflanzen". Als Strafarbeit empfanden die Mädels das nicht, sondern im Gegenteil als supercoole Gemeinschaftsaktion, die nicht nur Spaß machte, sondern auch nachhaltig für die Umwelt wirkt.

Das Ganze war zwar eine „verpflichtende Schulveranstaltung" zum Ausgleich für versäumten Unterricht am Freitag, 15. März, als die Mädchen beim „Fridays for Future" unerlaubt auf dem Stadtplatz demonstrierten. Aber sie waren „supergern" zum Bäumepflanzen gekommen, wie sie im Gespräch versicherten. 500 rote und schwarze Erlen hatte Georg Eichinger-Haslbeck vom Unterharthof kurzfristig für die Pflanzaktion von der Waldbauernvereinigung organisiert. „Erle ist ein Baum, der hier in unserer Gegend gut wächst" erklärt der Landwirt. Und in einem Crash-Kurs lernen die Mädels, wie man einen Baum pflanzt.
Die Wurzeln müssen gut in der Erde sein

„Das Wichtigste ist, dass die Wurzeln gut in der Erde sind", schärft Georg Eichinger-Haslbeck den jungen Damen ein. Zur Seite stehen den eifrigen Baumpflanzerinnen einige Familienmitglieder vom Haslbeckhof und Lehrer. Magdalena Eichinger ist selbst Ursulinenschülerin in der achten Klasse. Sie war nicht bei der Demonstration und hatte den Vorschlag mit der Baumpflanzaktion bereits lange vor der Demo gemacht. „Bei uns wird jedes Jahr gepflanzt und da hab ich am Schuljahresanfang mit unserem Fairtrade-Lehrer Emmeram Strohmeier gesprochen, dass so was eine Bereicherung für das Fairtradeteam sein könnte", erzählt Magdalena. Nun wurde der Vorschlag aufgenommen und dient der guten Sache. Insgesamt werden durch Familie Haslbeck 20 000 Quadratmeter bepflanzt. „Das bedeutet, dass im Jahr eine bis zwei Tonnen CO2 aus der Luft gefiltert werden", erklärt Lehrer Thomas Harbort. Das Umrechnen hat er mit seinen Schülerinnen noch weiter gespielt, denn man kann es auch mit 20 000 gefahrenen Kilometern kompensieren. Und das wiederum ist gleichzusetzen mit der durchschnittlichen Autonutzung einer Familie.
„Wir hätten uns voll blamiert"

Thomas Harbort bestätigt, dass die Ursulinen-Realschule diese Baumaktion zusätzlich zu den erteilten Verweisen macht, die von den Demo-Teilnehmerinnen kassiert wurden. „Aber heute sind auch Freiwillige dabei", gesteht er lachend. Die Mädchen haben die Baumpflanzaktion gerne angenommen, denn es dient der „Sache Klimaschutz", sie können Eigeninitiative und Selbstverantwortung zeigen. Ein vehementes Statement gibt erste Schülersprecherin Amy Mitchel ab. Sie gehört zur Klasse 10 c, die fast geschlossen zur Demonstration „Fridays for Future" gegangen war: „Wir sind die erste Fairtrade-Realschule Bayerns. Eine faire Schule für faires Klima. Dafür setzen wir uns seit vielen Jahren ein. Durch die Papier AG verwenden wir Recyclingpapier und gerade unsere Klasse engagiert sich seit zwei Jahren intensiv für den Umweltschutz. Wir hätten uns ja voll blamiert, wenn wir nicht mit demonstriert hätten. Von unserer inneren Einstellung her, im Rahmen unserer Fairtrade-Aktivität war das für uns quasi eine Pflichtveranstaltung."
„Die Verweise waren es wert"

Greta Thunberg beeindruckt die Klasse 10 c und sie verfolgen seit längerer Zeit die Berichte über die schwedische Umweltaktivistin, die ja in ihrem Alter ist. „Wir hätten schon gerne zur Demonstration in Regensburg eine Exkursion gemacht, die leider nicht genehmigt wurde. Ebenso dann auch für Straubing", erzählt Amy Mitchel. Mit den Verweisen hadern die Mädels nicht: „Es hatte eine klare Ansage gegeben, dass wir nicht gehen dürfen. Wir sind trotzdem gegangen, weil wir uns einsetzen wollen für den Umweltschutz. Die Konsequenzen waren es wert." Die Baumpflanzaktion findet Amy unvergleichlich besser als eine „Strafarbeit abzusitzen" und das Ganze habe auch noch richtig Spaß gemacht. Insgesamt zieht die Schülersprecherin ein durchweg positives Resümee: Diese Aktion hat die Gemeinschaft der Schule gestärkt und vor allem die Klassengemeinschaft. „Es hat sich etwas bewegt. Der Anstoß hat sich gelohnt. Schülerinnen, Eltern, Lehrer, Schulleitung, Ministerium bis hin zur Regierung beschäftigen sich nun mit der Thematik", betont die 16-Jährige und hofft, dass eine Vertreterin der Schule dabei sein kann, wenn nächste Woche der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber zur Jugend-Klimakonferenz nach München einlädt. -ih-

 

 

 

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