4. Advent

Auf einer früheren Stufe der Offenbarung mochte die Macht als das erscheinen, was die Gottheit vom „schwachen, sterblichen" Menschen unterscheidet. Dann aber geschah es, dass Gott seine Macht und Größe in der Schwachheit offenbarte: in der Geburt Jesu, in seinem Leiden und Sterben. Wenn wir dem Geheimnis Gottes näher kommen wollen, müssen wir umdenken: auf Macht und Größe verzichten, um in der Ohnmacht, etwa durch kleine Taten der Liebe, die Macht Gottes kennen zu lernen.

 

Tauet, ihr Himmel, von oben!

Ihr Wolken, regnet herab den Gerechten!

Tu dich auf, o Erde, und sprosse den Heiland hervor!

Vgl. Jes 45, 8

 

Wozu auf den warten,  der schon gekommen ist? Ist der Advent nicht ein Abschnitt des Kirchenjahres „als ob"? Ein unaufrichtiges Vormachen, ein alljährliches Kinderspiel? „Nein, denn er ist in dir noch nicht wieder geboren. Und du bist neu. Du bist anders als vor einem Jahr. Du siehst anders als vor einem Jahr. Du hörst anders als vor einem Jahr. Du denkst anders als vor einem Jahr. Er muss in dir neu geboren werden." (Mieczyslaw Malinski)

 

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