„Wenn ich groß bin, dann werde ich…“

Beruf 01

 

Die Schülerinnen unserer 8. Klassen haben noch etwas Zeit, diesen Satz zu vervollständigen, jedoch sind bei einigen bereits gewisse Wünsche und Tendenzen vorhanden. Die Entscheidung für einen Beruf ist richtungsweisend und sollte mit großer Sorgfalt getroffen werden. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die eigene Erfahrung. Aus diesem Grund werden an der Ursulinen Realschule zwei Praktika durchgeführt. Ein Praktikum findet während der Unterrichtszeit statt.

 

Beruf 03

 

 

Um Einblick in ein zweites Berufsfeld zu bekommen, soll zudem ein weiteres einwöchiges Praktikum in den Ferien absolviert werden. So lernen die Schülerinnen verschiedene Berufsfelder kennen. Bereits die Bewerbung an den externen Praktikumsstellen führt zur Selbstständigkeit der Mädchen. Die während des Praktikums erbrachten Leistungen, erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen werden in einem Berichtsheft dokumentiert. Die Schülerinnen werden soweit möglich von den Lehrkräften besucht, um sich mit dem Betrieb und auch der Praktikantin über ihre Erfahrungen und Probleme auszutauschen.

 

Beruf 02Die strahlenden Gesichter deuten oft darauf hin, dass die Wahl des Berufsfeldes richtig getroffen wurde und die „minimale" Gefahr besteht, dass die Mädchen am Montag nach dem Praktikum lieber wieder ihren Arbeitgeber als die Schule aufsuchen würden. Selbstverständlich hat jeder Beruf auch seine Schattenseiten. Diese zu erkennen gehört auch zum Erfahrungsgewinn. Viele Praktikumsbetriebe sind sehr von unseren Schülerinnen angetan und wünschen ihnen alles Gute für ihren Schul- und Berufsweg.
Text: Magdalena Wiedemann

 

Jedes Jahr bereiten sich Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe in einer Projektwoche für zukünftige Berufe vor.

Seit Jahren pflegt die Ursulinen Realschule eine enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft, berufsbildenden Schulen, öffentlichem Dienst und Handwerk. Spezielle Betriebserkundungen bei BMW Dingolfing, bei der Sparkasse und Volksbank, bei der Dolmetscherschule in Deggendorf oder bei der Hauswirtschaftsschule in Vilshofen ermögliche den Schülerinnen einen direkten Einblick in mögliche Arbeitsbereiche. Ein weiterer Tag bietet Informationen und Training bei AOK und Barmer mit Zertifikat. Erweitert wird dies mit einem Seminar zur Sozialversicherung an der Schule.

Vertieft wurden die Erkenntnisse aus dem vorbereitenden Deutsch- und Wirtschaftsunterricht durch Gespräche mit Arbeitgebern und Ausbildern sowie Personalchefs und Schulleitern der verschiedensten Branchen: z. B. Sr. Judith Reis von der Fachakademie für Sozialpädagogik, Raphaela Wild vom Klinikum Sankt Elisabeth, Barbara Koch für die Arzthelferin, Waltraud Wenisch über den Beruf der Hotelfachfrau, Alois Kiefl für den Beruf des Physiotherapeuten von der Berufsfachschule für Physiotherapie aus Cham, Ilse Baumgartner von der Firma Bischof und Klein aus Konzell, Polizeihauptkommissar Franz Huff für den mittleren Polizeidienst, Cornelia Wunsch-Träxler vom Landratsamt Straubing-Bogen für den Beamten im Verwaltungsdienst, Oberstudiendirektor Werner Kiese für die Biologisch-technische Assistentin, Johann Simmel für den Beruf Rechtsanwaltsfachangestellte und Steuerfachangestellte.

Vorbereitet sind die Mädchen im Unterricht, um an die Gesprächspartner gezielt Fragen stellen zu können. Außerdem bringen sie Bewerbungsunterlagen mit und stellen im Rollenspiel Einstellungsgespräche nach. Damit könnten sie genauere Vorstellung von diesen Berufen bekommen, ihre eigenen Stärken und Schwächen dafür erkennen und in Zukunft ihre Entscheidung zur Berufswahl gezielter treffen.

 

 

Polizistin und Krankenpfleger
Heute ist Girls' und Boys' Day: Wie wichtig finden Schüler den beruflichen Schnuppertag?

Von Lena Feldmeier Straubinger Tagblatt

18 04 26 Girlsday1Polizisten sind mutige, starke Männer. Wer sich um Patienten kümmert, ist weiblich und zierlich. Klischees, mit denen an Girls' und Boys' Day aufgeräumt wird. Mädchen und Jungen lernen die für sie eher untypische Seite der Berufswelt kennen – technisch oder sozial. Vorab erzählen Schüler im Gespräch über eine Entscheidung fürs Leben, Gleichberechtigung und darüber, dass der Spaß am Beruf nicht zu kurz kommen darf.

Justin Szasz und Jonas Stroinski aus der achten Klasse der Jakob- Sandtner-Realschule sind Schulsanitäter. Wo sie den Tag verbringen, war schnell klar: „Wir haben uns auf der Website für das Klinikum angemeldet", so Justin Szasz. Die 14-Jährigen wollen sehen, wie Ärzte arbeiten. Dass es sich um einen sozialen Beruf handelt, ist für sie nicht schlimm: „Mal was anderes, es muss nicht immer Mechaniker sein." Ausgelacht wird dafür keiner – im Gegenteil.
„Keinen Strich ziehen“

Es gibt viele aus der Klasse, die den Tag schätzen: „Es wäre schön, wenn es einen zweiten gäbe", betont Jonas Stroinski. Jungs und soziale Berufe? „Das passt", sind sich beide einig. Denn es gibt weder typische Mädchen- noch Jungenberufe. „Jeder kann machen, was er will", sagt Justin Szasz. Damit dies deutlich wird, sollte vielleicht ein gemeinsamer Titel gefunden werden: „Keinen Strich zwischen Girls' und Boys' Day ziehen." Die beiden Achtklässler freuen sich auf den Tag, denn danach können sie besser entscheiden, wo es in Zukunft hingeht. „In der achten Klasse ist es Pflicht, aber da hat es schon Spaß gemacht", sagt die 14-jährige Anna Schüller von der Ursulinen-Realschule. Für sie war der Girls' Day wegweisend, denn eigentlich wollte sie Heilerziehungspflegerin werden. „Mir gefällt etwas Technisches nun doch besser." Im vergangenen Jahr war sie für einen Tag bei der Sturm Group, heuer erfährt sie an der Universität Regensburg mehr über Photovoltaikanlagen.
„Den Tag braucht es“

18 04 26 GirlsdayMitschülerin Lisa Hafner hat sich für die Polizei entschieden: „Es gibt Innen- und Außendienst und daher viel zu sehen." Zusammen mit Achtklässlerin Maja Schumann finden sie es super, dass die Auswahl so groß ist: „Ob ein Besuch in der Werkstatt oder der Beruf des technischen Zeichners, es wird so viel geboten", so Maja Schumann, die ebenfalls in eine technische Richtung geht. Dass es als Gegenpart den Boys' Day gibt, gefällt ihnen: „Die dürfen auch machen, was sie wollen und was Spaß macht." Ganz ohne den Girls' Day geht es nicht: „Den Tag braucht es", sagt Maja Schumann, „viele trauen sich ohne ihn nicht, einen technischen Beruf auszuprobieren", ergänzt Anna Schüller. Daher wäre es für sie schön, wenn es den Tag öfter gäbe. „Dann kann man mehr ausprobieren." Viele ihrer Mitschülerinnen wollen jedoch später auch einen Beruf in der Wirtschaft ausüben, was für die drei Schülerinnen vollkommen in Ordnung geht: „Jeder soll das machen, was ihm Spaß macht. Das ist die Hauptsache."